Wann tritt nach Brustkrebs-OP ein Lymphödem auf und wie bemerkt man es?

Die Ursache für den Lymphstau nach einer Brustkrebs-Operation ist die häufige Mitentfernung der benachbarten Lymphknoten bis hin zur Achsel. Die Lymphe der Umgebung, insbesondere aus dem gleichseitigen Arm kann dann nicht mehr ordentlich abfließen und staut sich in den zuführenden Lymphbahnen.

Die Entfernung der Lymphknoten ist dabei aber kaum verzichtbar. Sie erfolgt, weil die Lymphknoten entweder schon von Krebszellen befallen waren oder auch um einfach auf Nummer sicher zu gehen, weil unsichtbare Krebszellnester bei dem operierten Tumor denkbar sind.

Wahrscheinlichkeit nach Entfernung aller Lymphknoten hoch

Nach Entfernung der Lymphknoten muss nicht zwangsläufig ein Ödem auftreten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, vor allem bei Ausräumung aller Lymphknoten, sehr hoch. Besonders nach einer zusätzlichen Bestrahlungsserie.

Zusätzlich zur Operationsmethode spielt auch das eigene Verhalten eine Rolle, ob ein Lymphstau mit Lymphödem entsteht. Bewegung ist dabei von großer Bedeutung. Die vorbeugenden Maßnahmen werden Ihnen (hoffentlich) schon der Klinik erklärt. Daher ist es unmöglich vorherzusagen, ob oder wann ein Lymphödem entsteht. Ein Ödem kann sich sehr schnell entwickeln oder erst in den nächsten Monaten.

Nach einer Brustkrebs-Operation kann sich ein Lymphödem über den gesamten Arm, die Finger und Handgelenke erstrecken.

Woran erkennt man ein Lymphödem?

Ein Lymphödem beginnt mit einem Spannungsgefühl oder Schmerzen im Arm. Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, zögern Sie nicht und suchen Sie unverzüglich professionelle Hilfe für eine Lymphdrainage. Wird damit erst begonnen, wenn der Arm schon geschwollen ist, hat sich das Ödem manifestiert und die Lymphdrainagen helfen in den meisten Fällen nur für kurze Zeit. Der Umfang wird durch die Behandlung dann zwar reduziert, aber das Ödem entwickelt sich immer wieder neu.

Wer ein ausgeprägtes Lymphödem hat, kann oft auch das Schultergelenk nicht mehr hundertprozentig bewegen. Dadurch entwickeln sich Verklebungen der Rotatorenmanschette, was eine weitere Bewegungseinschränkung nach sich zieht.

Wie man ein Lymphödem testet:

Haben Sie den Verdacht, dass sich ein Lymphödem entwickelt, gibt es eine Möglichkeit, das zu kontrollieren. Messen Sie auf der operierten Seite in kurzen Abständen Ihr Handgelenk und direkt oberhalb und unterhalb vom Ellenbogengelenk. Notieren Sie die Maße. Bei Zunahme von maximal einem Zentimeter beginnen Sie mit einer Lymphdrainage, um einem Ödem vorzubeugen.

Autoren: Marianne Vàlki-Wollrabe, Physiotherapeutin & Dr. med. Jörg Zorn

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