Brustkrebs: Sind die Zoladex-Spritzen schmerzhaft?

Zoladex® wird in der Regel einmal monatlich als Implantat unter die Haut gespritzt. Die Nadel ist etwas dicker als gewöhnlich. Dennoch ist der Einstich harmlos und wird von vielen Betroffenen nicht als besonders unangenehm empfunden.

Zoladex® enthält den Wirkstoff Goserelin, ein sogenanntes GnRH-Analogon, das die Östrogenproduktion in den Eierstöcken eindämmt. Es wird zur Hormontherapie bei Frauen vor den Wechseljahren eingesetzt und soll es den Krebszellen, die nach einer Operation ggf. noch im Körper verblieben sind, erschweren, sich wieder zu formieren und einen neuen Tumor (Rezidiv) auszubilden.

Nur alle vier Wochen ein kleiner Pieks

Die Therapie mit antihormonell wirksamen Medikamenten ist grundsätzlich längerfristig angelegt. In der Regel können Sie von einer mehrjährigen Nachbehandlung ausgehen. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Tumor tatsächlich dauerhaft besiegt wird.

Insofern ist die monatliche Gabe von Goserelin als Spritze eigentlich eine elegante Lösung. Viele andere Medikamente müssen täglich als Tablette eingenommen werden. Das tut zwar nicht weh, ist aber lästig und erinnert die betroffenen Frauen täglich an Ihre Erkrankung. Mit der Monatsspritze sind Sie freier und ungebundener.

Wäre da nicht der Pieks, denken Sie vielleicht, wenn Sie kein Freund von Spritzen sind. Tatsächlich ist die Nadel etwas dicker als bei den "Bauchspritzen", die Sie womöglich aus dem Krankenhaus kennen. Das liegt daran, dass das Mittel als Implantat in Form eines kleinen Stäbchens gespritzt wird. Es löst sich langsam auf und gibt den Wirkstoff kontinuierlich über ca. vier Wochen frei. Gekonnt unter die Haut platziert, merken Sie aber so gut wie keinen Unterschied zu einer gewöhnlichen Nadel.

Betäubung möglich

Theoretisch kann man die Einstichstelle zuvor mit einer dünneren Nadel betäuben, was aber eigentlich auch keinen großen Unterschied macht. Wenn Sie sehr ängstlich sind, wird Ihr Arzt Ihnen vielleicht anbieten, die Haut vor dem Pieks zu vereisen. Dann spüren Sie praktisch gar nichts.

Wie bei jeder Injektion kann es danach zu Schwellungen, Rötungen und Blutergüssen um die Einstichstelle kommen. Auch Blutungen können auftreten, wenn ein Blutgefäß verletzt wird. Vor allem bei sehr schlanken Frauen muss der Arzt darauf achten, das Depot korrekt ins Unterhautfettgewebe einzubringen. In der Regel gelingt das aber problemlos und ist keine große Sache.

Es gibt auch Implantate, die nur alle drei Monate gespritzt werden müssen. Ob sie für Sie geeignet sind, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen