Brustkrebs: Wann darf Zoladex nicht eingenommen werden?

Zoladex® (Wirkstoff Goserelin) wird zur Hormontherapie bei Frauen mit Brustkrebs eingesetzt, die sich noch nicht in den Wechseljahre befinden. Es gibt nur wenige Gründe, die eine Behandlung verbieten. Manchmal ist allerdings besondere Vorsicht geboten.

Die einzigen wirklichen Ausschlusskriterien für eine Behandlung mit Zoladex® sind:

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Überempfindlichkeit, Allergien

Adäquat verhüten

Da es unter Goserelin zu fetalen Missbildungen im Mutterleib bis hin zum Abort kommen kann, verbietet sich die Einnahme während der Schwangerschaft. Auch in der Stillzeit gilt das Risiko, dass der Wirkstoff auf das Kind übergeht, als zu groß. Daher ist es wichtig, vor der Behandlung eine Schwangerschaft sicher auszuschließen. Während der Therapie muss außerdem eine geeignete Verhütung erfolgen, auch wenn das Medikament selbst den Regelzyklus der Frau praktisch zum Erliegen bringt.

Wenn die Substanz oder andere Bestandteile des Medikaments nicht vertragen werden und es zu allergischen Reaktionen kommt, muss Zoladex® umgehend abgesetzt werden und kommt zur Behandlung nicht mehr in Frage.

Ansonsten mangelt es zwar leider nicht an möglichen Nebenwirkungen, die auftreten können. Sie sind jedoch in der Regel kein Grund, das Medikament sofort abzusetzen. Viele Beschwerden legen sich mit der Zeit von selbst oder können mit anderen Mitteln bekämpft werden.

Vorsicht bei Depressionen und Bluthochdruck

Es gibt aber noch ein paar Situationen, in denen die Behandlung sorgfältig abgewogen werden muss. Dazu gehören bestimmte Erkrankungen in der Vorgeschichte wie z.B. Depressionen. Unter Zoladex® kann es zu Stimmungsschwankungen bis hin zu schwergradigen Depressionen kommen. Frauen, die ohnehin dazu veranlagt sind, müssen daher genau beobachtet und ggf. behandelt werden.

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Vorsicht ist auch bei Bluthochdruck und manchen Vorerkrankungen des Herzens geboten. Goserelin kann den Blutdruck durcheinanderbringen. Das beschränkt sich allerdings meist auf die Anfangszeit der Behandlung und ist selten ein Grund für einen Therapieabbruch.

Was das Herz anbelangt, kann der Wirkstoff bestimmte EKG-Veränderungen, eine sogenannte QT-Zeit-Verlängerung, hervorrufen. Das kann insbesondere in Kombination mit anderen Medikamenten, die ebenfalls dieses Intervall verlängern, zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Daher muss der Arzt genau wissen, welche Medikamente Sie einnehmen.

Stabile Knochen sind wichtig

Vor der Behandlung mit Zoladex® sollten die Knochen möglichst stabil sein. Denn das Arzneimittel kann die Knochensubstanz beeinträchtigen und so die Gefahr einer Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) erhöhen. Frauen, bei denen bereits im Vorfeld eine Osteoporose bekannt ist oder Risikofaktoren bestehen, sollte begleitend zur Hormontherapie auf einen ausreichenden Knochenschutz geachtet werden.

Schließlich ist noch ein Hinweis zur Darreichungsform des Medikaments wichtig. Goserelin wird in der Regel einmal im Monat als Implantat unter die Haut gespritzt. Die Nadel ist etwas größer als bei einer Bauchspritze, wie Sie sie vielleicht aus dem Krankenhaus kennen. Dabei kann es zu Gefäßverletzungen mit Rötungen, Schwellungen und Blutungen kommen. Vor allem bei sehr schlanken Frauen mit einem niedrigen BMI (Body-Mass-Index) muss man bei der Injektion gut darauf achten, kein größeres Blutgefäß zu treffen.

Auch, wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen, kann die Injektion zu stärkeren Blutungen führen und ist entsprechend sorgfältig vorzunehmen.

Unangenehm, aber nicht gefährlich

Auch wenn Goserelin nicht immer gut verträglich ist, so beruhigt es Sie vielleicht doch zu wissen, dass es im Grunde kein gefährliches Medikament ist, sofern bei entsprechenden Risikofaktoren alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Es greift ohne Zweifel massiv in den Hormonhaushalt ein, was aber ja gerade das Ziel ist, um den Krebs effektiv zu bekämpfen. Die Folgen für den Körper sind aber meist nicht von Dauer und bilden sich nach Absetzen des Arzneimittels bei den meisten Frauen wieder zurück.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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