Brustkrebs: Wie lange muss ich Zoladex (Goserelin) einnehmen?

Eine Frage, die sich viele Frauen stellen, zumal, wenn sie das Medikament nicht gut vertragen. In der Regel wird die Behandlung für mehrere Jahre angesetzt. Der genaue Zeitraum wird jedoch immer individuell entschieden und ist nicht in Stein gemeißelt.

Eine Hormontherapie bei Brustkrebs ist eine Langzeitbehandlung. Je nach Risiko, Ansprechen der Behandlung und Verträglichkeit wird aber bei jeder einzelnen Frau individuell entschieden, wie lange sie ein Medikament einnehmen sollte.

Krebs ist geduldig

Die mehrjährige Behandlung ist deshalb wichtig, weil auch der Tumor einen langen Atem hat. Nach einer Operation sind womöglich einige Krebszellen zurückgeblieben, die sich im Körper einnisten und jederzeit wieder zuschlagen können, indem sie sich erneut unkontrolliert vermehren.

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Um das zu vermeiden, schließt sich bei vielen Frauen an die Operation eine Hormontherapie an. Genau genommen handelt es sich um eine antihormonelle Behandlung, die den Tumor auf Hormonentzug setzt. Viele Brustkrebsarten wachsen nämlich in Abhängigkeit von Östrogenen. Werden sie ihnen entzogen, verkümmern sie nach und nach.

Aber das dauert. Und natürlich trifft der Hormonmangel in dieser Zeit nicht nur die Krebszellen, sondern auch den übrigen gesunden Körper, der die Botenstoffe für zahlreiche Abläufe braucht. Genau das bekommen viele Betroffene während einer Hormontherapie deutlich zu spüren.

Mehr Wirkung, mehr Nebenwirkung

Wenn Sie Zoladex® bekommen, haben Ihre Ärzte sich das gut überlegt. Oft wird es in Kombination mit anderen antihormonell wirkenden Medikamenten wie Tamoxifen oder einem sogenannten Aromatasehemmer (z.B. Exemestan) gegeben.

Vor allem bei jungen Frauen unter 35 Jahren mit einem aggressiven Tumor, die bereits eine Chemotherapie erhalten haben, ist die Kombination erfolgversprechender als die alleinige Gabe von Tamoxifen. Das zeigten mehrere Studien, in denen die Kombinationsbehandlung über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren untersucht und verglichen wurde. Das längere sogenannte krankheitsfreie Überleben wurde jedoch oft mit einer höheren Rate an Nebenwirkungen erkauft.

Leider bekommen Betroffene die unerfreulichen Wirkungen viel unmittelbarer mit als die positiven, von denen sie nicht direkt etwas merken. Bei akuten Beschwerden nützt es wenig, wenn der Arzt Ihnen Studien über die statistischen Erfolgsaussichten des Medikaments präsentiert.

Es gibt Alternativen

Im Einzelfall kann es daher sinnvoll sein, doch wieder auf eine Monotherapie mit nur einem Präparat auszuweichen, bevor die Therapie aus lauter Frust ganz abgebrochen wird. Auch der Wechsel auf ein anderes Medikament ist grundsätzlich möglich und kann im Einzelfall ausprobiert werden. Eine andere Variante besteht darin, die Behandlung eine Zeit lang auszusetzen und z.B. für drei Monate ruhen zu lassen.

Wenn Sie gerade erst mit der Behandlung begonnen haben, kann vielleicht auch noch folgender Hinweis ein kleiner Trost für Sie sein: Viele Nebenwirkungen der Hormontherapie treten vorwiegend in den ersten Wochen der Behandlung auf, wenn der Körper mit dem plötzlichen Hormonentzug zu schaffen hat. Bei vielen Frauen gewöhnt er sich nach einer Weile daran, so dass sich auch die unangenehmen Begleiterscheinungen legen.

Gegen Nebenwirkungen lässt sich etwas tun

Und schließlich sind Sie den Nebenwirkungen auch nicht gänzlich ausgeliefert. Gerade Wechseljahresbeschwerden lässt sich oft mit einfachen Mitteln recht gut gegensteuern. Das reicht von Aktivität und Bewegung über Entspannungsübungen bis hin zur Ernährung. Probieren Sie in Rücksprache mit Ihrem Arzt doch einfach mal einiges aus.

Auch Medikamente können manche Symptome wie z.B. Hitzewallungen und starkes Schwitzen lindern. Sprechen Sie auch hier Ihren Arzt direkt an, und sagen Sie ihm, wenn Sie Goserelin nicht gut vertragen.

Die schlechteste Variante ist mit Sicherheit, die Behandlung eigenmächtig abzubrechen. Es gibt bestimmt einen besseren Weg, der es dem Tumor nicht wieder leicht macht zuzuschlagen, gleichzeitig aber auch für Sie akzeptabel und machbar ist.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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