Brustkrebs-Rezidiv: Was bringt Faslodex (Fulvestrant)?

Faslodex® wird zur Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Auch wenn der Tumor erneut ausbricht (Rezidiv), kann Fulvestrant wirksam sein.

Wenn Sie bereits operiert wurden, zahlreiche nachfolgende Behandlungen, vielleicht auch schon eine Chemotherapie hinter sich haben, und der Arzt Ihnen jetzt Faslodex® vorschlägt, fragen Sie sich vielleicht, was das alles bringen soll.

Jede Behandlung ist anders

Tatsächlich mag es manchmal wie eine wahllose Aneinanderreihung verschiedener Therapieoptionen aussehen, die Ihnen zugemutet werden. Ja, der Kampf gegen Krebs ist oft zäh und mühsam. Jede Erkrankung verläuft anders, und jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die Behandlung. Daher gibt es zwar gewisse Vorgaben, welche Behandlungsverfahren wann zum Tragen kommen; letztlich ist jede Therapie aber von Anfang an eine individuelle Einzelfallentscheidung – und manchmal eben auch ein Herantasten und Ausprobieren.

Fulvestrant kommt bei Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung in Frage, sei es, dass sich der Tumor lokal bereits weit ausgedehnt hat, sei es, dass er Ableger (Metastasen) außerhalb der Brust gebildet hat. Auch, wenn der Tumor auf eine vorangegangene Behandlung nicht angesprochen hat oder nach anfänglichem Erfolg wiederkehrt, kann Faslodex® zum Einsatz kommen.

Längere krankheitsfreie Zeit

In Studien wurde das Medikament bei Frauen mit diesem Schicksal genau untersucht und anderen Wirkstoffen gegenübergestellt. Dabei zeigte es sich ähnlich wirksam wie ein Arzneimittel aus einer anderen Substanzklasse.

Zielpunkt dabei war in erster Linie das sogenannte progressionsfreie Überleben. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich ganz einfach die Zeit, in der der Tumor nicht weiter fortschreitet. Aber auch das Gesamtüberleben kann mit Fulvestrant verlängert werden. Dabei zeigten sich die üblichen 500 mg einer niedrigeren Dosierung von 250 mg überlegen.

Es mögen nur kleine Erfolge sein, die aber sehr wertvoll sein können. Wenn Ihr Arzt Ihnen zu der Behandlung rät und Sie es sich zutrauen, dann ist es doch einen Versuch wert.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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