Brustkrebs: Wie, wie oft und wie lange wird Faslodex eingenommen?

Faslodex® (Wirkstoff Fulvestrant) ist ein antihormonell wirksames Medikament, das bei manchen Frauen mit Brustkrebs nach der Menopause eingesetzt wird. Einmal im Monat wird es als Injektion gespritzt.

Damit ist die Anwendung vergleichsweise einfach und angenehm. Zwar müssen Sie monatlich den Weg zum Arzt antreten; dafür bleibt Ihnen aber die lästige tägliche Tabletteneinnahme erspart, die bei manchen anderen Hormontherapien üblich ist.

In jede Pobacke ein Pieks

Faslodex® wird bereits als Fertigspritze hergestellt. Eine Dosis enthält insgesamt 500 mg Fulvestrant. Der Arzt spritzt es Ihnen langsam ins Gesäß, und zwar jeweils die Hälfte (250 mg) in die beiden großen Gefäßmuskeln. Zwei Wochen nach der ersten Injektion bekommen Sie einmalig eine zusätzliche Dosis.

Da in der Nähe der Injektionsstelle der mächtige Ischiasnerv verläuft, der in die Beine zieht, ist beim Einstich entsprechende Vorsicht geboten. Für den geübten Mediziner ist das aber Routine. Auch wenn Sie verstärkt zu Blutungen neigen oder zusätzlich Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, ist darauf Rücksicht zu nehmen. Der Arzt wird das aber im Einzelfall genau mit Ihnen besprechen und abwägen.

Das Medikament ist deshalb zur monatlichen Gabe geeignet, weil es sehr langsam und stetig vom Körper aufgenommen wird. Nach etwa fünf Tagen ist der gesamte Arzneistoff angekommen und kann seine Wirkung entfalten. Innerhalb des ersten Monats pendelt sich der Blutspiegel auf ein relativ konstantes Niveau ein – der sogenannte Steady state ist erreicht.

Längerfristige Behandlung

Wie lange Fulvestrant verabreicht wird, ist immer eine individuelle Entscheidung. Prinzipiell ist die Hormontherapie bei Brustkrebs auf einen längeren Zeitraum angelegt und erfolgt in der Regel über mehrere Jahre. Wenn Sie auf die Behandlung gut ansprechen, die Erkrankung damit also gut stabilisiert werden kann, ist es sinnvoll, sie beizubehalten.

Heilpflanzen gegen Krebs – was wir empfehlen

weiterlesen...

Aber natürlich hängt es auch von den möglichen Nebenwirkungen ab. Bei starken Beschwerden muss die Behandlung eventuell vorzeitig abgebrochen werden. Manche Frauen vertragen sie jedoch ohne größere Probleme über viele Monate und Jahre.

Faslodex® soll den Brustkrebs in fortgeschrittenen Stadien eindämmen. Es hemmt das Wachstum der Tumorzellen, indem es dafür sorgt, dass eine wichtige Nahrungsquelle, die Östrogene, nicht mehr bei ihnen ankommt. Manche Tumoren wachsen nämlich abhängig von den weiblichen Geschlechtshormonen. Und genau das macht man sich bei der Hormontherapie zunutze, indem man in den Hormonhaushalt eingreift. So kann auch ein aggressiver Krebs, der sich vielleicht sogar schon in anderen Regionen des Körpers ausgebreitet hat, zumindest eine Zeit lang aufgehalten werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen