Bedeuten Schmerzen in der Brust eine Mastodynie?

Ja. Der Begriff Mastodynie bedeutet übersetzt nichts anderes als eine schmerzende Brust. Dahinter können sich die unterschiedlichsten Ursachen verbergen.

Genauer gesagt versteht man unter einer Mastodynie hormonabhängige Schmerzen oder Spannungen in der Brust, wohingegen mit einer sogenannten Mastalgie Brustschmerzen bezeichnet werden, die unabhängig vom hormonellen Zyklus sind.

Schuld sind meist Hormone

Das ist deshalb nicht ganz unwichtig, da Beschwerden im Verlauf des weiblichen Zyklus häufig und meist nicht gefährlich sind. Durch die hormonellen Schwankungen kommt es insbesondere in der zweiten Zyklushälfte vor der Periode oft zu einem Ziehen in beiden Brüsten, die auf vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe zurückzuführen sind.

Solche und andere Beschwerden werden auch unter dem Begriff prämenstruellen Syndroms (PMS) zusammengefasst. Manche Frauen werden allmonatlich einige Tage vor der Regelblutung davon geplagt, während andere die Schmerzen und sonstigen Symptome überhaupt nicht kennen. Das hängt vom jeweiligen Hormonstatus wie auch von der individuellen Reizschwelle der Hormonrezeptoren ab. Auch Frauen in den Wechseljahren können im Rahmen von Zyklusunregelmäßigkeiten unter PMS-Symptomen leiden.

In der Regel gutartig

Hinter einer Mastodynie kann sich auch eine Veränderung des Brustgewebes verbergen, die auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückgeht und vor allem Frauen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr betrifft. Eine solche "Mastopathie" geht oft mit Zysten, Verhärtungen oder Knoten einher.

Je nach Ausprägung können diese Umgestaltungen in der Brust auch gefährlich werden und zu bösartigen Tumoren entarten. In der Regel sind sie aber harmlos und können mit externen Maßnahmen wie kalten Umschläge und festen BHs oder in manchen Fällen auch mit Hormonen behandelt werden.

Wichtig auszuschließen: Entzündung oder Krebs

Mastalgien hingegen sind unabhängig von den zyklischen Hormonturbulenzen. Hier gilt es, genauer hinzusehen. So geht eine Brustentzündung (Mastitis) ebenfalls mit starken Schmerzen einher, wobei meist stillende Frauen kurz nach der Geburt betroffen sind. Dann fällt die Diagnose in der Regel leicht, zumal sich oft noch weitere Symptome wie Rötung, Schwellung und Fieber hinzugesellen.

Schwieriger wird es, wenn andere Erkrankungen dahinterstecken. Insbesondere Krebs muss bei sämtlichen Beschwerden in der Brust ausgeschlossen werden. Vor allem bei einem einseitigen Befall steht immer auch der Verdacht im Raum.

Aber keine Sorge: Schmerzen sind kein typisches Symptom für Brustkrebs. Eine zyklusbedingte Mastodynie ist ohnehin in der aller Regel harmlos, wenn auch unangenehm. Mit einfachen Mitteln lassen sich die Beschwerden oft lindern.

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Heilpflanzen bei Frauenbeschwerden
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Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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