Brustkrebs: Was gibt es bei der Ernährung zu beachten?

Die Ernährung hat vermutlich nicht nur großen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko, sondern auch darauf, wie der Krebs verläuft. Auch wenn sich nicht jedem Nahrungsmittel im Einzelnen eine bestimmte Wirkung zuschreiben lässt, kann man doch einige Empfehlungen aussprechen.

Während bestimmte Lebensmittel (wie Zucker, Fleisch und Alkohol) im Verdacht stehen, den Verlauf der Erkrankung negativ zu beeinflussen, gibt es einige, die genau das Gegenteil bewirken sollen.

Was die Ernährungsempfehlungen bei Brustkrebs angeht, sind sich Wissenschaftler und Mediziner einig: Eine ausgewogene Vollwertkost, die viele pflanzliche Lebensmittel (und damit sekundäre Pflanzenstoffe) beinhaltet, ist während der Krebstherapie und darüber hinaus am besten geeignet. Zudem spielen die Energiebilanz und das Körpergewicht eine wichtige Rolle. Daher sollten Frauen mit Brustkrebs auch darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen.

Folgende Ernährungsempfehlungen sollten Sie beachten:

Täglich Obst und Gemüse

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen, um Ihren Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Vollkornprodukte, Gemüse, Salat und Obst sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Am besten orientieren Sie sich an dem Grundsatz "5 am Tag" (= 5 Portionen Gemüse und 3 Portionen Obst täglich), der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird.

Außerdem: Bevorzugen Sie saisonales Gemüse und Obst. So bringen Sie automatisch viel Abwechslung in Ihren Speiseplan und stellen sicher, dass Sie die ganze Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen zu sich nehmen.

Lebensmittel, die besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, sind:

Heilpflanzen gegen Krebs – was wir empfehlen

weiterlesen...

  • Leinsamen
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • fermentierte Lebensmittel (z.B. Sauerkraut)
  • Sojaprodukte wie Sojamilch, Tofu, Sojasprossen oder Sojasoße

Käse und Fisch statt Zucker und Fleisch

Bei einer Tumorerkrankung ist der Eiweißbedarf erhöht. Daher sollten Sie mehr eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Käse, Fisch – auch zwischendurch – zu sich nehmen.

Schränken Sie Ihren Zucker- und Fleischkonsum dagegen ein. Einige Studien haben gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Zucker und Fleisch mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden kann. Fleisch sollte daher nicht öfter als dreimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen und Süßes nur in Maßen (täglich nicht mehr als eine Hand voll) gegessen werden.

Studien legen außerdem nahe, dass Omega-3-Fettsäuren das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen und ihre Zerstörung fördern können. Lebensmittel, die besonders viele Omega-3-Fettsäuren beinhalten, sind fettreiche Seefische wie Lachs, Sardellen, Hering, Makrele, Thunfisch sowie Leinsamen und Lein- und Rapsöl.

Über- und Untergewicht ausgleichen

Während der Krebstherapie leiden viele Frauen unter Gewichtsverlust. Bei starker Gewichtsabnahme sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung setzen, die möglichst viele fett- und eiweißreiche Lebensmittel enthält. Das heißt, bevorzugen Sie Milchprodukte und Käse mit hohem Fettgehalt, z.B. Butter, Sahne und Creme fraîche.

Einige Frauen mit Brustkebs hingegen nehmen während der Therapie an Gewicht zu. Bei starker Gewichtszunahme oder Übergewicht ist es wichtig, das Körpergewicht mit einer entsprechenden Diät, die individuell abgestimmt ist, und ausreichend Bewegung zu reduzieren.

Auf Vitaminpräparate verzichten

Eine Brustkrebserkrankung verändert zwar den gesamten Stoffwechsel im Körper und auch den Vitaminbedarf. Durch eine gesunde Ernährung, die reichlich pflanzliche Lebensmittel beinhaltet, ist es allerdings problemlos möglich, dass Sie Ihren Bedarf an Vitaminen decken.

Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist daher in der Regel nicht notwendig. In hohen Dosierungen können sie sogar giftig wirken. Zudem können Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Betakarotin die Wirkung einer Chemotherapie herabsetzen.

Ausreichend trinken

Trinken Sie ausreichend, vor allem, wenn Sie aufgrund von Erbrechen oder Durchfall viel Flüssigkeit und Salze verlieren.

Außerdem wichtig: Eine optimale Ernährung bei Brustkrebs, die für alle gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Die Ernährungstherapie bei Brustkrebs muss daher immer individuell an die Bedürfnisse und die Situation (Stadium der Brustkrebserkrankung, Art der Behandlung, Auftreten von Nebenwirkungen usw.) der einzelnen Betroffenen angepasst werden.

Autorin: Nina Schratt-Peterz

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen