Muss nach einem verdächtigen Befund in der Mammographie immer eine Gewebeprobe entnommen werden?

In der Regel sind die heutigen Mammographie-Befunde so exakt, dass sie allein ein Urteil erlauben, ob ein behandlungsbedürftiger Tumor vorliegt oder nicht. Allerdings ist und bleibt es nur ein Röntgenbild, eine Restunsicherheit besteht also immer.

Daher wird bei "verdächtigem" Befund in den meisten Fällen eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen, um endgültige Sicherheit zu erlangen, um was es sich handelt. Im besten Fall zeigt sich in der Zelluntersuchung dann, dass der Knoten gutartig ist. Handelt es sich um einen Krebsknoten, liefert die Gewebeuntersuchung nicht nur den definitiven Nachweis, sondern zugleich auch Aufschluss über den Zell-Typ des Tumors – was wichtig ist, um die optimale Behandlungsstrategie zu ermitteln.

Mitunter sitzt ein unklarer Knoten aber auch so tief oder versteckt, dass das Mammographie-Bild keinen klaren Anhaltspunkt liefert. Dann muss mitunter eine Gewebeprobe entnommen werden, auch ohne dass tatsächlich schon ein starker Krebsverdacht besteht.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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