Brustkrebs: Hilft Yoga gegen die Müdigkeit (Fatigue)?

Yoga hat sich in den letzten Jahren aus seinem esoterischen Nischendasein herausgearbeitet und ist inzwischen nicht nur in spirituell angehauchten Kreisen weitverbreitet. Zunehmend interessiert sich auch die Wissenschaft dafür und erforscht die Wirkungen von Yoga auf die Gesundheit.

Krebs und die Bedeutung supportiver Verfahren

Neben chronischen Schmerzen, Erkrankungen des Herzens und psychischen Störungen stehen dabei vor allem auch Krebserkrankungen im Fokus. In der Onkologie werden neben den klassischen Behandlungsverfahren sogenannte supportive (unterstützende) Therapien immer wichtiger, gerade was den Umgang mit Nebenwirkungen und längerfristigen Beschwerden betrifft.

Dazu gehört auch die Fatigue. Diese chronische Erschöpfung und Müdigkeit kann sowohl durch den Tumor selbst bedingt als auch Folge der Behandlung, vor allem einer Chemotherapie sein. Psychotherapeutische Unterstützung, Bewegung und Sport haben sich bei der Behandlung bewährt und können Betroffenen helfen, mit der belastenden Trägheit besser umzugehen und wieder aktiver zu werden. Könnte Yoga ebenfalls dazu beitragen?

Yoga: Religion, Meditation oder Sport?

Es gibt die verschiedensten Formen und Stile von Yoga. Während die einen eher meditativ oder geistig-spirituell ausgerichtet sind und der Selbsterfahrung dienen, gibt es andere Formen, die stärker körperbetont sind. Hierzulande wird Yoga meist sportlich und unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung betrieben. Manche Kurse werden sogar von den Krankenkassen unterstützt.

Im Rahmen der Krebsbehandlung wurde Yoga von wissenschaftlicher Seite bereits mehrfach unter die Lupe genommen. Es gibt mehrere randomisierte Studien dazu. Randomisiert heißt, dass zwei Gruppen miteinander verglichen werden, die zufällig ausgewählt sind. Ein solches Studiendesign gilt in der medizinischen Forschung als bester Nachweis für die Wirksamkeit neuer Therapieverfahren.

Studien zu Yoga bei Brustkrebs

Gerade beim Brustkrebs gibt es viele Untersuchungen, die gezeigt haben, dass Yoga die Lebensqualität betroffener Frauen fördern und die Fatiguebeschwerden lindern kann. Auch auf Angst und Depressionen scheint es sich positiv auszuwirken. Yoga kann es hier mit anderen Sportprogrammen aufnehmen und ist psychotherapeutischen Ansätzen sogar leicht überlegen. Förderlich ist es außerdem sowohl während als auch nach der Krebsbehandlung. Beschwerden, die beispielsweise unter einer antihormonellen Therapie auftreten, lassen sich durch Yoga verbessern.

Noch ist es sicherlich zu früh, um die Effekte von Yoga bei der Fatigue und anderen Beschwerden im Rahmen von Brustkrebs abschließend beurteilen zu können. Es zeichnen sich aber bereits vielversprechende Hinweise ab. In den offiziellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat es Yoga sogar bereits zu einer eigenen Erwähnung geschafft: Hier sind Studien aufgeführt, in denen sich positive Effekte nachweisen ließen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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