Brustkrebs: Was sollte man während der Chemotherapie essen?

Grundsätzlich dürfen Sie während der Chemotherapie alles essen, was Sie vertragen. Eine bestimmte Ernährungstherapie, die dem Krebs gezielt entgegenwirken kann oder die Produktion der Blutzellen ankurbelt, gibt es nicht.

Leicht und bekömmlich

Da Ihr Körper in dieser Zeit aber einer starken Belastung ausgesetzt ist, empfiehlt es sich, zu Lebensmitteln zu greifen, die das Verdauungssystem nicht zusätzlich belasten. Das heißt: Während der Chemotherapie sollte Ihre Ernährung gut verträgliche Lebensmittel beinhalten.

Die meisten Ärzte empfehlen eine leichte Vollkost. Darunter versteht man eine gut verdauliche, vollwertige, nicht blähende und mild gewürzte Schonkost, die sowohl den Nährstoff- und Energiebedarf abdeckt als auch die Verdauungsorgane entlastet.

Zu den Lebensmitteln und Gerichten, die in der Regel gut verträglich und für eine Schonkost geeignet sind, zählen unter anderem:

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  • Gemüse wie z.B. Möhren, Spinat, Spargel oder Zucchini, Auberginen, Fenchel, Ingwer
  • reifes Obst wie Bananen, Beeren, Erdbeeren
  • (Vollkorn-)Getreideprodukte wie Roggenbrot, Grahambrot, (Natur-)Reis oder (Vollkorn-)Nudeln und Toast
  • fettarme Kartoffelgerichte, Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree
  • fettarme Suppen und Brühen
  • fettarme Milchprodukte
  • fettarme Soßen
  • fettarme Käsesorten
  • weich gekochte Eier, Omelette, Rührei
  • magere Wurstsorten wie Lachsschinken, gekochter Schinken ohne Fettrand, Geflügelaufschnitt, kalter Braten
  • Geflügelfleisch ohne Haut
  • Kräuter und schonende Gewürze wie Anissamen, Kümmelsamen
  • Leitungswasser, Wasser ohne Kohlensäure
  • ungesüßte Früchte- und Kräutertees wie Kamille, Pfefferminz und Fenchel
  • verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte im Verhältnis 3:1

Wichtig: Essen Sie langsam und nehmen Sie täglich 5 bis 6 kleinere Mahlzeiten zu sich. Kleinere Portionen über den Tag verteilt sorgen dafür, dass Sie das Essen besser vertragen. Fetthaltige Lebensmittel sowie geröstete und frittierte (panierte) Gerichte sollten Sie besser meiden.

Nicht zu viele Ballaststoffe und Säuren

Bei ballaststoffreichen Nahrungsmitteln wie Kohl, Bohnen und anderen Hülsenfrüchten, Salat, Nüssen, Vollkornerzeugnissen sowie bei frischem (unreifem) Obst und Gemüse sollten Sie, so gesund all dies im Grunde auch ist, während der Chemotherapie vorsichtig sein, da sie den Verdauungstrakt stärker beanspruchen und Magen-Darm-Beschwerden begünstigen können.

Verzichten sollten Sie besser auch auf säurehaltiges Obst wie Ananas, Orangen, Mandarinen, Zitronen, Grapefruits, Rhabarber und auch auf Tomaten, da sie die Schleimhäute in Mund und Verdauungstrakt zusätzlich reizen können.

Des Weiteren sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • Achten Sie auf eine schonende und fettarme Zubereitungsart wie Kochen, Dämpfen, Dünsten oder Garen.
  • Konsumieren Sie keine sehr kalten oder sehr heißen Speisen und Getränke.
  • Trinken Sie Getränke ohne Kohlensäure.
  • Meiden Sie Alkohol.
  • Verwenden Sie wenig Salz und stattdessen Kräuter zum Würzen.
  • Verzichten Sie auf süße und fette Backwaren.
  • Regelmäßige Bewegung wirkt sich günstig auf die Verdauung aus und kann dabei helfen, Beschwerden zu lindern. Zudem wirkt es appetitanregend.

Alles, was Sie mögen und vertragen

Da die Verträglichkeit von Lebensmitteln individuell sehr unterschiedlich sein kann, ist es wichtig auszuprobieren, welche Lebensmittel Ihnen guttun. Wenn Sie möchten, können Sie ein sogenanntes Symptom-Ernährungsprotokoll führen, das Ihnen dabei hilft herauszufinden, welche Nahrungsmittel Sie nicht gut vertragen. Hier tragen Sie alles, was Sie über den Tag verteilt essen und trinken, mit den dazugehörigen Uhrzeiten und Mengenangaben ein. Daneben notieren Sie Ihr Befinden und mögliche Beschwerden. Die Liste lässt sich noch um sportliche Aktivitäten und zusätzliche Medikamente, die Sie einnehmen, erweitern.

Autorin: Nina Schratt-Peterz

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