Warum muss man sich während einer Chemotherapie besonders vor Verletzungen schützen?

Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes kann unter einer Chemotherapie relevant herabgesetzt sein, so dass es selbst bei kleineren Verletzungen stark bluten kann. Umso wichtiger ist, während einer Chemotherapie Tätigkeiten zu vermeiden, die mit einer erhöhten Verletzungsgefahr einhergehen.

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Zum Hintergrund: Fast alle Wirkstoffe der Chemotherapie greifen als Nebenwirkung auch das blutbildende System an. Denn die Blutzellen haben eine sehr hohe Teilungs- und Neubildungsrate, womit sie für ein Zellgift, wie es die Chemotherapie darstellt, viel empfindlicher sind als beispielsweise eine Sehne.

Zu wenig Blutplättchen

Zu den Blutzellen gehören auch die Blutplättchen, die sogenannten Thrombozyten. Und die sind ganz maßgeblich an der Blutgerinnung beteiligt. Das heißt, um so weniger Thrombozyten im Blut, um so stärker die Blutungsneigung (wenn es denn irgendwo blutet). Die Blutplättchen sind zwar nicht alleinverantwortlich für die Blutgerinnung, da spielen noch zahlreiche weitere Proteine und Botenstoffe eine Rolle (die sogenannten Gerinnungsfaktoren, die fast jeden Medizinstudenten in die Verzweiflung treiben), aber Fakt ist: Ohne die Thrombozyten läuft nichts.

Für Menschen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, bedeutet das: Wenn Sie sich verletzen oder es aus anderen Gründen blutet und Sie die Blutung nicht zum Stillstand bringen, sofort zum Arzt!

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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