Wann erfährt man nach der Brustkrebs-OP, ob der Tumor komplett entfernt werden konnte?

Das dauert nur wenige Tage. Direkt nach dem Eingriff wird das entnommene Gewebe in ein Labor geschickt und dort untersucht. Vor allem wird dann geprüft, ob die Operationsränder frei von Krebszellen sind. Ist das so, spricht vieles dafür, dass man "alles erwischt" hat.

Der Krebsknoten selbst wird immer mit einem gewissen Sicherheitsabstand drumherum entfernt. Damit soll sichergestellt werden, dass man auch mit bloßem Auge nicht erkennbare Krebszellen, die möglicherweise schon in die unmittelbare Umgebung ausgewandert sind, mit entfernt werden. Der Laborbefund dient dann praktisch zur Bestätigung, dass das tatsächlich gelungen ist.

Sonderfall "neoadjuvante Chemotherapie"

Wurde vor der Operation bereits eine Chemotherapie durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern und damit besser operabel zu machen (neoadjuvante Chemotherapie), muss man übrigens auf einen Trick zurückgreifen, um später wirklich "alles zu erwischen". Daher wird als Routinemaßnahme der Geweberand des ursprünglichen Tumors (vor Beginn der Chemotherapie) markiert. Dafür wird oft ein kleiner Metalldraht eingelegt, den man gut auf einem Röntgenbild erkennen kann. Auf diese Weise kann später bei der Operation auch das Gewebe entnommen werden, in dem der Krebsknoten ursprünglich saß. Es wird dann so viel Gewebe entfernt, wie es der Metalldraht (Operation unter Röntgenkontrolle) vorgibt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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