Ab welchem Alter besteht ein erhöhtes Brustkrebsrisiko?

Krebs ist grundsätzlich eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Deshalb spielt er heutzutage bei einer alternden Bevölkerung auch eine weitaus größere Rolle als noch vor einigen Jahrzehnten.

Wie es aber mit den Risiken und den numerischen Statistiken dazu so ist, sagen sie für den Einzelfall wenig aus. Jeder bringt eine andere Veranlagung und mögliche auslösende Faktoren mit, die sein individuelles Risiko bestimmen.

So erkranken, wenn auch seltener, auch sehr junge Frauen an Brustkrebs. Wieder andere werden steinalt und bleiben dennoch ihr Leben lang von einer bösartigen Tumorerkrankung verschont.

Sonderfall Genetik

Wer in jungen Jahren an Krebs erkrankt, hat meist eine genetische Veranlagung dazu. Bei der Befragung durch den Arzt stellt sich oft heraus, dass auch Verwandte im engeren Familienkreis erkrankt sind. Das müssen nicht unbedingt dieselben Tumoren gewesen sein. Manche Genveränderungen sind auch für mehrere Krebsarten verantwortlich.

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Spätestens, wenn bereits die Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann können auch eine genetische Untersuchung und entsprechende Vorkehrungen sinnvoll sein.

Die Genetik ist aber nur das eine und bei weitem nicht die häufigste Ursache. Auch viele andere Faktoren wie Hormone, Kinderzahl und nicht zuletzt der individuelle Lebensstil spielen eine Rolle. Der wichtigste Risikofaktor ist und bleibt aber das Alter.

Brustkrebs in Zahlen

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen und trifft sie im Vergleich zu anderen Krebsarten statistisch gesehen relativ früh, nämlich im Schnitt mit etwa 64 Jahren. Grundsätzlich steigt das Risiko ab dem 40. Lebensjahr, nimmt ab 50 nochmal deutlich zu und sinkt jenseits der 70 wieder ab.

An diesen Zahlen orientieren sich auch die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen, auf die Frauen regelmäßig Anspruch haben. Ab dem 30. Lebensjahr steht jeder Frau eine jährliche Untersuchung mit Abtasten der Brust zu. Zwischen 50 und 69 Jahren wird zusätzlich ein Mammographie-Screening angeboten. Eine Einladung dazu erfolgt schriftlich alle zwei Jahre.

Wenn eine genetische Veranlagung besteht, können die Vorsorgeuntersuchungen vorgezogen werden und bereits ab dem 25. Lebensjahr erfolgen. Dann sind unter Umständen auch andere Methoden wie Ultraschall oder eine Kernspintomographie (MRT) sinnvoll, weil eine junge Brust sich hier besser darstellen lässt.

Fit ins Alter

Wie hoch das individuelle Risiko ist, kann Ihnen niemand sagen. Und das ist wohl auch gut so. Für Leib und Seele ist es allemal gut, sich fit zu halten und auf den eigenen Körper zu achten. Um gut ins Alter zu kommen, ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung das beste Patentrezept – übrigens nicht nur gegen Brustkrebs.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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