Brustkrebs: Wann sind Bisphosphonate zum Knochenschutz sinnvoll?

Bisphosphonate sind Medikamente, die den Knochenabbau hemmen und das Skelett dadurch vor Osteoporose schützen. Sie werden bei entsprechend eingeschränkter Knochendichte eingesetzt, die auch Folge von Brustkrebs oder der Therapie sein kann.

Herausforderung für die Knochen

Sowohl der Krebs an sich als auch manche Behandlungsmaßnahmen können dem Knochen erheblich zusetzen. Insbesondere die Chemotherapie, aber auch eine hormonelle Behandlung greift die Knochensubstanz an. Hinzu kommt, dass sich Betroffene durch die Behandlung oft weniger bewegen. Nicht nur eine Operation, auch Medikamente und Infusionen schlauchen und können Betroffene für längere Zeit ans Bett fesseln.

All das schädigt die Knochensubstanz. Ist der Knochen erst einmal brüchig geworden (Osteoporose), besteht die Gefahr, sich beim geringsten Anlass eine Fraktur zuzuziehen.

Das können Bisphosphonate

Bisphosphonate können die bereits reduzierte Knochendichte wieder erhöhen, aber auch vorbeugend wirken. Sogar auf die Überlebenszeit wirken sie sich nachweislich positiv aus. Eine Rolle spielen sie auch bei Tumoren, die bereits Absiedelungen im Knochen gebildet haben. Hier stützen die die ohnehin angegriffene Knochensubstanz und stabilisieren das Skelett.

Heilpflanzen gegen Krebs – was wir empfehlen

weiterlesen...

Insgesamt kommen Bisphosphonate beim Brustkrebs in folgenden Situationen zum Einsatz:

  • zur Therapie bzw. Prävention einer Knochenschädigung durch die Krebsbehandlung
  • zur Vermeidung von Knochenmetastasen und Verbesserung des Gesamtüberlebens
  • als zielgerichtete Therapie bei bestehenden Knochenmetastasen zur Vorbeugung von Frakturen und Schmerzen

Risikoabwägung

Da auch Bisphosphonate nicht frei von Nebenwirkungen sind, muss ihr Einsatz allerdings gut überlegt und abgewogen werden. Neben der gemessenen Knochendichte spielen auch das Alter, der körperliche Zustand und die familiäre Veranlagung eine Rolle, ebenso wie Begleiterkrankungen und andere Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden. Vor allem bei älteren Frauen, die sich wenig bewegen, womöglich noch rauchen und untergewichtig sind, sollte bereits vorsorglich eine knochenschützende Therapie in Erwägung gezogen werden.

Neben den Medikamenten können Sie aber auch selbst einiges dafür tun, dass Ihre Knochen stabil bleiben und Sie noch weit tragen, wenn es Ihnen wieder besser geht. Auch, wenn es gerade unter der anstrengenden Behandlung oft schwerfällt: Bewegung ist der beste Knochenschutz. Versuchen Sie, körperlich aktiv zu bleiben. Ein Spaziergang an der frischen Luft ist gleich doppelt gut für Sie und Ihre Knochen. Denn durch das Sonnenlicht tanken Sie gleichzeitig genug Vitamin D, das für die Knochen ebenfalls wichtig ist und gerade jetzt ausreichend zur Verfügung stehen sollte.

Mehr dazu finden Sie in unserem Osteoporose-Portal:
Bisphosphonate

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen