Wie wird bei Brustkrebs festgestellt, ob benachbarte Lymphknoten befallen sind?

Die Frage, ob bei einer Brustkrebserkrankung die benachbarten Lymphknoten befallen sind, ist von großer Bedeutung. Denn davon hängt ab, wie intensiv die nachfolgende Behandlung sein muss. Finden sich in den Lymphknoten Krebszellen (im Befundbericht: N1-3), muss umfangreicher behandelt werden als bei tumorfreien Lymphknoten (N0).

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Bereits vor der Operation wird deshalb versucht, den sogenannten Lymphknotenstatus zu ermitteln. Durch Abtasten der Achsel zum Beispiel (hier sitzen mehrere Lymphknoten, die zum direkten Abflussgebiet der gleichseitigen Brust gehören), aber auch durch Ultraschalluntersuchungen. Allerdings ist keine dieser Maßnahmen genau genug, um endgültige Klarheit zu haben. Zwar lassen sich größere Knoten ertasten und auch im Ultraschall gut abbilden. Handelt es sich aber noch um Mini-Ansiedlungen von wenigen Krebszellen, ist nur ein Mikroskop in der Lage, diese zu erkennen.

Die besondere Bedeutung des "Wächter-Lymphknotens"

Mit einem Mikroskop aber kommt man schlecht in den Körper hinein. Deshalb werden entweder während der Operation alle benachbarten Lymphknoten entnommen und unmittelbar danach mikroskopisch untersucht. Meist erfährt man dann noch während des Krankenhausaufenthaltes den Befund.

Oder, die heute bevorzugte und eindeutig empfohlene Methode, man entnimmt während der Operation nur einen bestimmten Lymphknoten aus der Achsel. Die Rede ist vom sogenannten Wächter-Lymphknoten, auch Sentinel-Lymphknoten genannt. Ist dieser tumorfrei, kann man aufgrund seiner Lage im Lymphabflussgebiet mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass auch die dahinterliegenden Lymphknoten frei von Krebszellen sind. Der Vorteil: Entnimmt man nur diesen einen Wächter-Lymphknoten, ist die Gefahr von Lymphstauungen und Wassereinlagerungen in den Armen nach der Operation deutlich geringer.

Behandlungsplan abhängig vom Lymphknotenbefall

Abhängig davon, ob, und wenn ja wie viele, befallene Lymphknoten gefunden wurden, wird dann ein individueller Behandlungsplan erstellt. Da ein "positiver" Lymphknotenbefund, also der Nachweis von Krebszellen, das Rückfallrisiko erhöht, wird dann in der Regel eine intensivere Behandlung nach der Operation notwendig. In Frage kommen verschiedene Möglichkeiten der Bestrahlung, einer Hormontherapie oder einer Chemotherapie.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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