Brustkrebs: Wie und wie lange wird Trastuzumab eingenommen?

Trastuzumab (Herceptin®) zählt zu den sogenannten molekularbiologischen Therapieverfahren, mit denen die Krebszellen gezielt angegriffen werden. Es wird meist für ein Jahr als Injektion in die Vene oder unter die Haut verabreicht.

Subcutan geht es flotter

Herceptin® kann grundsätzlich sowohl in frühen Stadien der Erkrankung als auch bei fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt werden, sofern die Krebszellen darauf ansprechen. Das wird vorab anhand von Gewebeproben genau untersucht.

Es stehen zwei verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung: als fertige Lösung unter die Haut von Oberschenkel oder Bauch (subcutan) oder als Pulver, das der Arzt unmittelbar vor der Injektion auflöst und über die Vene (intravenös) verabreicht. Die subcutane Gabe hat den Vorteil, dass der Einstich meist als angenehmer empfunden wird und die Infusion außerdem erheblich schneller geht. So verkürzt sich die lästige Zeit des Wartens im Krankenhaus.

Zeit nach der Infusion einplanen

Für die intravenöse Gabe müssen betroffene Frauen 90 Minuten einrechnen. Da es währenddessen und auch noch danach zu Reaktionen und Zwischenfällen kommen kann, müssen Sie bei der ersten Behandlung einige Stunden dazurechnen, in denen Sie überwacht werden. Bei den nachfolgenden Sitzungen verkürzt sich diese Zeit, wenn Sie die erste Infusion gut vertragen haben. Auch die Folgeinjektionen selbst können dann schneller (innerhalb einer halben Stunde) gegeben werden.

Die Abstände zwischen den einzelnen Behandlungen betragen entweder eine oder drei Wochen. Bei der Hautspritze, die innerhalb weniger Minuten verabreicht wird, sind dreiwöchige Abstände üblich. Auch hier werden Sie noch eine Zeit lang nach der Injektion beobachtet, um bei akuten Beschwerden sofort reagieren zu können.

Aktuell wird ein Jahr empfohlen

Bei Brustkrebs im Frühstadium erfolgt die Behandlung in der Regel über ein Jahr bzw. solange, bis er unter Umständen erneut ausbricht. Bei Tumoren, die bereits in andere Körperregionen vorgedrungen sind, wird die Behandlung bis zum Fortschreiten der Erkrankung fortgesetzt.

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Neueste Studien zeigen allerdings, dass sich die Therapiedauer bei frühen Brustkrebsformen eventuell verkürzen lässt, ohne dass die Wirkung dadurch eingeschränkt wird. In einer Untersuchung wurden mehr als 4000 Frauen über 6 bzw. 12 Monate behandelt und danach vier Jahre lang beobachtet. Das sogenannte krankheitsfreie Überlegen, also die Zeit, in der der Brustkrebs nicht wiederkehrte, lag gleichermaßen bei knapp 90%.

So könnten sich die derzeitigen Empfehlungen in Zukunft durchaus ändern. Das ist nicht unüblich und beruht auf den Erfahrungen, die Ärzte nach der Einführung eines neuen Medikaments zunächst sammeln müssen. Für die Betroffenen wäre nicht nur die kürzere Behandlungszeit von Vorteil, sondern auch die geringere Gefahr für Nebenwirkungen, insbesondere am Herzen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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