Brustkrebs: Was ist Herzuma für ein Medikament?

Herzuma® enthält den Wirkstoff Trastuzumab. Es ist ein Nachfolgepräparat von Herceptin®, dem ersten zugelassenen Medikament dieser Substanzklasse bei Brustkrebs, und kam im Mai 2018 auf den Markt.

Zielsicher gegen den Krebs

Trastuzumab ist ein künstlich hergestellter Antikörper, der an bestimmte Krebszellen andockt und ihr Wachstum bremst. Er kann grundsätzlich in allen Stadien von Brustkrebs zum Einsatz kommen, vorausgesetzt, der Tumor bildet entsprechende Ankerstellen aus.

Die Behandlung mit Antikörpern zählt zu den sogenannten zielgerichteten Therapieverfahren, dem jüngsten Baustein in der Krebsbehandlung. Er ergänzt die bisherigen Optionen (Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie) um eine Reihe an Wirkstoffen, die die Krebszellen ganz gezielt angreifen.

Die Gesetze des Arzneimittelmarktes

Bei Medikamenten, die neu auf den Markt kommen, ist es üblich, dass der Ersthersteller – im Falle von Trastuzumab der Konzern Roche – zunächst eine Zeit lang das Monopol darauf hat. Das Medikament ist einige Jahre patentgeschützt. Danach dürfen auch andere Pharmaunternehmen den Wirkstoff herstellen und vermarkten.

Die Nachfolgeprodukte werden auch Generika genannt. Sie sind deutlich günstiger als das Original und regulieren den ökonomischen Gesetzen folgend den Arzneimittelmarkt.

Herzuma® ist das erste Generikum mit dem Wirkstoff Trastuzumab, das in Deutschland zugelassen wurde. Es wird auch als Biosimilar von Herceptin® bezeichnet. Biosimilar sind Folgeprodukte ganz bestimmter Arzneistoffe, die aus biologischen Ausgangssubstanzen (tierische oder pflanzliche Organismen) in aufwendigen Verfahren hergestellt werden. Dazu gehören unter anderem auch Antikörper, die mehr und mehr Einzug in die Krebstherapie halten.

Kein relevanter Unterschied zum Original

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob Herzuma® denn auch genauso wirkt wie das Original, können wir Sie beruhigen. Zwar sind die Nachfolger nicht völlig identisch mit dem Erstprodukt; umso mehr unterliegen sie jedoch strengen Überwachungen und Sicherheitsprüfungen durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Was die klinische Wirkung angelangt, muss ein Biosimilar dem Erstpräparat entsprechen. Hat es sich auf diese Weise bewährt, wird es von der Europäischen Kommission zugelassen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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