Brustkrebs: Wie und wie lange wird Perjeta eingenommen?

Pertuzumab (Perjeta®) ist ein Antikörper, der bei Brustkrebs in bestimmten Situationen zum Einsatz kommt und das Tumorwachstum hemmt. Er wird alle drei Wochen als Infusion über die Vene verabreicht. Wie lange, hängt von der Erkrankung und der individuellen Situation ab.

Es geht nur per Infusion

Antikörper sind in der Behandlung von Brustkrebs eine recht neue Errungenschaft. Es sind kleine Eiweißstoffe (Proteine), die im Körper eigentlich für die Abwehr von Erregern zuständig sind. Im Labor können sie künstlich hergestellt und auf bösartige Krebszellen abgerichtet werden.

Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften als Proteine können Antikörper nicht als Tablette eingenommen werden, sondern müssen langsam über die Vene infundiert werden. Das geht zwar jedesmal mit einem kurzen Pieks einher, den Sie allerdings nur alle drei Wochen über sich ergehen lassen müssen. Im Gegensatz zu Trastuzumab (Herceptin®) kann Pertuzumab leider nicht als Bauchspritze ins Unterhautfettgewebe appliziert werden, was viele Frauen als angenehmer empfinden.

Aufwendige Prozedur

Für die Infusion müssen Sie jedes Mal in eine Klinik oder Praxis gehen, die über die notwendige Notfallausstattung verfügt, um bei möglichen Zwischenfällen und Infusionsreaktionen rasch einschreiten zu können. Sie tröpfelt langsam und stetig über eine Stunde hinweg in Ihre Vene. Wenn Sie die erste Dosis, die etwas höher ist als die nachfolgenden sogenannten Erhaltungsdosen, gut vertragen, kann die Infusionszeit bei den nächsten Sitzungen um bis zu 30 Minuten gekürzt werden.

Wichtig ist aber immer, dass Sie danach nochmals für 30 bis 60 Minuten beobachtet werden. In dieser Zeit können theoretisch akute Nebenwirkungen in Form von allergischen Reaktionen auftreten, die schnell behandelt werden müssen.

3 Medikamente brauchen Zeit

Leider ist es aber auch damit nicht getan. Sie müssen noch mehr Zeit einplanen, und zwar deshalb, weil Perjeta® nicht alleine verabreicht wird, sondern in Kombination mit dem oben erwähnten Antikörper Trastuzumab sowie einem weiteren Medikament aus der Gruppe der Chemotherapeutika. Da die Wirkstoffe nicht zusammen, sondern hintereinander gegeben werden, müssen Sie entsprechend viel Zeit mitbringen.

Die Antikörper bekommen Sie stets in einer Sitzung, das chemotherapeutische Medikament manchmal ebenso. Je nachdem, welchen Wirkstoff Sie erhalten, wird die Chemotherapie bisweilen aber auch zuerst separat verabreicht und danach um die Antikörper ergänzt.

Stellen Sie sich auf jeden am besten schon im Vorfeld auf eine längere Zeit des Wartens ein. Nehmen Sie sich etwas zu Lesen mit oder hören Sie Musik, um sich die Zeit möglichst angenehm zu gestalten.

Behandlungsdauer meist offen

Wie lange die Behandlung erfolgt, hängt von der Erkrankung ab. Außerdem spielt eine Rolle, wie Sie darauf ansprechen und wie gut Sie sie vertragen. Grundsätzlich ist die Antikörpertherapie längerfristig angelegt – übrigens im Gegensatz zur Chemotherapie, die bereits früher abgeschlossen ist.

Wenn der Krebs bei Ihnen im Frühstadium entdeckt wurde und die Antikörper im Vorfeld der Operation (neoadjuvant) vorgesehen sind, sind 3 bis 6 Zyklen Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Chemotherapie gängig. Adjuvant, also nach der Operation, erfolgt die Behandlung mit den beiden Antikörpern üblicherweise für ein Jahr bzw. so lange, bis der Tumor trotz der Therapie erneut ausbricht (Rezidiv).

In späteren Stadien der Erkrankung, wenn die Krebszellen bereits andere Regionen des Körpers befallen haben (Metastasen), bekommen Sie die Antikörper so lange, wie sich die Erkrankung damit kontrollieren lässt und nicht weiter fortschreitet.

Es lässt sich daher im Vorfeld nicht sagen, wer wie lange mit Perjeta® behandelt wird. Es sind immer Einzelfallentscheidungen, die Ihr Arzt abhängig von den Untersuchungsbefunden und Ihrer persönlichen Rückmeldung trifft.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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