Brustkrebs: Für wen kommt Pertuzumab (Perjeta) in Frage?

Perjeta® kann grundsätzlich sowohl bei frühen Formen von Brustkrebs als auch in späteren Stadien eingesetzt werden. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

HER2, ein wunder Punkt der Krebszelle

Pertuzumab ist nach seinem Vorgänger Trastuzumab (Herceptin®) der zweite Antikörper, der zur zielgerichteten Behandlung von Brustkrebs entwickelt wurde. Antikörper sind Proteine (Einweißsubstanzen), die im Labor hergestellt werden und die Tumorzelle an einem ganz bestimmten Punkt angreifen können.

Perjeta® wird nicht alleine, sondern zusammen mit Herceptin® und einem chemotherapeutischen Wirkstoff gegeben. Dazu müssen allerdings ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Zunächst einmal ist entscheidend, dass die Krebszellen von dem Antikörper überhaupt erreicht werden. Dazu müssen sie an ihrer Oberfläche eine Art Anker tragen, an den die Medikamente binden können. Sie haben den etwas umständlichen Namen HER2/neu-Rezeptoren und werden nur von rund einem Fünftel aller bösartigen Brusttumoren ausgebildet.

Weitere Voraussetzungen

Ist diese erste entscheidende Hürde genommen, kommt die Behandlung aber noch immer nicht bei jeder Frau mit entsprechendem Rezeptorstatus, wie die Mediziner sagen, in Frage. Die Dreifachkombination eignet sich in folgenden Fällen:

  • zur neoadjuvanten Behandlung (vor der Operation), wenn der Tumor in der Brust schon recht ausgedehnt ist, sich entzündlich ausbreitet oder ein hohes Rezidivrisiko birgt
  • bei Brustkrebs im Frühstadium nach der Operation (adjuvant), wenn die Gefahr eines Redizivs groß ist
  • bei Krebsmetastasen in anderen Bereichen des Körpers
  • bei einem Tumorrediziv, das man nicht operieren kann

Aggressive Tumoren, Metastasen und Rezidive

Beim frühen Brustkrebs kann das Risiko für einen Rückfall erhöht sein, wenn er bestimmte Eigenschaften hat und beispielsweise schnell bzw. aggressiv wächst. Auch die Ausgangsgröße des Tumors und ein möglicher Befall der Lymphknoten spielen bei der Beurteilung eine Rolle.

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Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten, bildet Metastasen oder bricht zum zweiten Mal aus (Rezidiv), dürfen die betroffenen Frauen zuvor nicht bereits eine Antikörper- oder Chemotherapie erhalten haben. Nur dann ist die Wirksamkeit der Behandlung gewährleistet.

Ob bei Ihnen eine Antikörpertherapie mit Perjeta® in Frage kommt, wird Ihr Arzt mit seinen Kollegen genau überlegen und Ihnen erläutern. Wenn die Voraussetzungen stimmen, können Sie von der Behandlung sehr profitieren. Der Tumor kann damit über längere Zeit in Schach gehalten werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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