Wie wirkt Pertuzumab (Perjeta) bei Brustkrebs?

Pertuzumab, im Handel seit 2013 als Perjeta® erhältlich, ist ein Antikörper, d.h. ein künstlich hergestellter Eiweißstoff, der die Krebszellen ganz gezielt befällt und das Tumorwachstum dadurch hemmt. Er wird stets in Kombination eingenommen.

Der erste Vertreter im Bereich der Antikörpertherapie war Trastuzumab (Herceptin®). Er wird nach wie vor bei bestimmten Formen von Brustkrebs eingesetzt, und zwar sowohl alleine als auch zusammen mit anderen Substanzen. Im Gegensatz dazu ist Perjeta® stets eines von mehreren Medikamenten, die in bestimmten Situationen gegeben werden.

Der Tumor wird kleingehalten

Pertuzumab ist der zweite Antikörper, der auf den Markt kam und seit 2013 verfügbar ist. Vorangegangene Studien zeigten, dass er zusammen mit Trastuzumab und einer weiteren Substanz aus der Gruppe der Chemotherapeutika bei manchen Frauen eine deutlich bessere Wirkung zeigt als die alleinige Gabe von Herceptin® plus Chemotherapie.

Das liegt an folgender Wirkweise: Sowohl Trastuzumab als auch Pertuzumab binden an einen bestimmten Ankerpunkt auf der Oberfläche der entarteten Zellen, der sich HER2/neu-Rezeptor nennt. Beide unterbrechen damit eine Signalkaskade, die sich im Inneren der Zelle fortsetzt und die Zellteilung und damit das Wachstum des Tumors anregt. Die Tumorzellen werden dadurch ausgebremst und sterben in besten Fall sogar ab.

Die Antikörper binden allerdings jeweils an eine etwas andere Stelle des Rezeptors, der aus mehreren Bereichen (man spricht auch von sogenannten Domänen und Subdomänen) besteht. Durch diesen Angriff von zwei Seiten verstärkt sich die Wirkung noch, da die Krebszellen weniger Ausweichmöglichkeiten haben und die Blockade schlechter umgehen können.

Nicht bei allen Frauen geeignet

Die Dreifachkombination kommt sowohl im Frühstadium der Erkrankung – entweder vor oder nach der Operation – als auch bei weiter fortgeschrittenen Tumoren in Frage, die sich bereits im Körper verteilt und sogenannte Metastasen (Absiedelungen) in anderen Regionen gebildet haben. Allerdings nur unter einer Bedingung: Die Tumorzellen müssen den besagten HER2-Rezeptor auch wirklich tragen, was nur bei etwa 20% aller Brustkrebsarten der Fall ist.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, profitieren diejenigen, bei denen die Behandlung in Frage kommt, spürbar. So verlängert sich nicht nur der Zeitraum des sogenannten progressionsfreien Überlebens, in dem der Tumor nicht weiter fortschreitet, sondern auch die Lebenszeit insgesamt – für viele Betroffene ein wichtiger Impuls, um neue Kraft und Lebensmut zu schöpfen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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