Brustkrebsentstehung: verantwortliches RNA-Molekül entdeckt

Warum wird aus einem Geschwulst ein bösartiger Krebs? Und warum streuen manche Tumoren Metastasen und manche nicht? Zumindest beim Brustkrebs sind Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum einer Antwort näher gekommen.

Brustkrebstherapie durch Nachschub an RNA?

Im Fokus steht dabei ein ganz bestimmtes RNA-Molekül: das miR-520. Dieses an eine russische Raumsonde erinnernde RNA-Molekül hat offenbar die Fähigkeit, Krebswachstum und Metastasierung zu bremsen. Und zwar über Herunterregulierung eines speziellen Schalters.

Um das zu erläutern, müssen wir einen kleinen Schlenker machen. RNA (englisch: ribonucleic acid) hat generell die Aufgabe, die genetische Information von der DNA auf die Zellaktivität zu übertragen. Bei der Entstehung von Brustkrebs gibt es einen Schalter (den Transkriptionsfaktor NFkappaB), der entzündungsfördernde Wirkungen im Körper aktiviert. Dadurch werden auch Zellen zu Krebszellen verwandelt. Das RNA-Molekül miR-520 hat nun die Fähigkeit, die Produktion von NFkappaB zu drosseln. Das Molekül verhindert darüber hinaus, dass bösartige Zellen wandern und sich in umgebende Gewebe einnisten können.

Die Wissenschaftler fanden außerdem bei einer Studie an 76 Patientinnen heraus, dass bei aufgetretener Brustkrebserkrankung, bei der auch bereits Metastasen gebildet worden waren, weniger miR-520 vorhanden war. Dieser Zusammenhang bestand jedoch nur bei Tumoren, die keine Rezeptoren für das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bilden. Sie wollen nun eine Therapie entwickeln, in der sie die Bildung von miR-520 unterstützen. Diese könnte, so die Erwartung, gleich mehrere krebsfördernde Signalwege blockieren.

Autoren: WANC/, 16.12.2011
Quelle: Oncogene 2011, DOI: 10.1038/onc.2011.571

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