Mammographie-Screening: Erst 54 Prozent nutzen es

Die Mammographie, also die Untersuchung der Brust mittels Röntgengerät, ist nach Einschätzung vieler Ärzte die beste Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs. Und je früher ein Tumor entdeckt wird, desto höher sei die Chance einer Heilung. Allerdings wird die Möglichkeit des Brustkrebs-Screenings von vielen Frauen überhaupt nicht genutzt. Darauf haben jetzt die Krankenkasse DAK und die "Kooperationsgemeinschaft Mammographie" hingewiesen.

Jede Frau im Alter zwischen 50 und 69 Jahren kann die Vorsorgeuntersuchung alle zwei Jahre kostenlos durchführen lassen. Befürworter sagen, dass sich durch das Brustkrebs-Screening die Brustkrebs-Sterberate langfristig senken lässt. In Schweden, in der man ein derartiges Screening 29 Jahre beobachtete, zeigen die Zahlen 30% weniger Todesfälle.

Pro und Contra der Mammographie

Kritiker bemängeln, dass der Nutzen weit geringer ist und zur Belastung durch die Strahlung in ungüstigem Verhältnis steht. Auch wird von manchen Experten bezweifelt, ob nicht oft nur der Diagnosezeitpunkt vorverlegt wird, ohne dass sich an der Prognose irgendetwas ändert. Vielleicht sind es diese Zweifel, die dazu geführt haben, dass “nur” 54% der Frauen das Angebot wahrnehmen.

Die "Kooperationsgemeinschaft Mammographie" weist allerdings darauf hin, dass jeder dritte beim Mammographie-Screening entdeckte Tumor kleiner als 10 mm ist. Und je kleiner der Tumor aber ist, desto größere Chance bestehen, geheilt zu werden. Außerdem sei in einem frühen Stadium eine schonende und brusterhaltende Therapie möglich.

Anmerkung der Redaktion: Möglicherweise kommt einem jetzt der instinktive Verdacht, dass ja in der Kooperationsgemeinschaft lauter Radiologen sitzen, die an der Mammographie verdienen. Dieser Verdacht wird aber in unseren Augen dadurch entkräftet, dass auch andere Ärzte und Krankenkassenvertreter an diesen Empfehlungen beteiligt sind.   


WANC/zo 07.10.2011
Quelle: DAK, Kooperationsgemeinschaft Mammographie

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