Brustkrebs: Mammographie entdeckt zu viele harmlose Tumore

Jede dritte vermeintliche Brustkrebserkrankung, die in der Mammographie entdeckt wird, erweist sich später als harmlos. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie, die auch auf Befunde aus anderen Ländern zurückgriff.

Demnach werden in der Mammographie also viel zu häufig Befunde mit der Diagnose "Brustkrebs" produziert, ohne dass das in dieser Form berechtigt ist. Auch wenn das für die betroffenen Frauen irgendwann einmal zu großer Erleichterung führt – primär stürzt es unnötig in große Ängste und Frustration.

Umstrittener Wert der Früherkennungsprogramme

Allerdings ist es etwas schwierig, aus dieser Erkenntnis die richtigen Schlüsse zu ziehen. Befürworter der Mammographie-Früherkennungsuntersuchungen betonen durchaus zurecht, dass viele Krebserkrankungen nur dadurch rechtzeitig entdeckt werden. Nur manchmal eben auch fälschlicherweise. Die meisten Experten sagen aber, dass die Vorteile die Nachteile aufwiegen.

Trotzdem müssen wir am Ende noch ein bisschen Wasser in den Wein kippen: Die mehrfach nachgewiesene Tatsache, dass Brustkrebspatientinnen, deren Tumor in einer Routine-Mammographie entdeckt wurde, länger damit leben, klingt nur auf den ersten Blick wie eine eindeutige Prognoseverbesserung wegen der Früherkennung. Denn was manchmal vergessen wird: Wenn man einen Tumor früher entdeckt, lebt man auch deshalb länger damit, weil man die Diagnostellung zeitlich vorverlegt hat.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 13.07.09
Quelle: British Medical Journal

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Mammographie: Nutzen und Risiken

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