Schützt Aspirin vor Brustkrebs?

Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) schützt möglicherweise vor Brustkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie, die jetzt im renommierten Fachblatt Journal of the American Medical Association publiziert wurde. Allerdings gibt es auch ein paar Haare in der Suppe.

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Die Wissenschaftler hatten die Krankenakten von rund 1.400 Frauen mit Brustkrebs und von 1.400 Frauen ohne Brustkrebs analysiert und die möglichen Risikofaktoren abgeglichen. Einer der untersuchten Faktoren war die Einnahme von Acetylsalicylsäure. Der Wirkstoff wird in den USA sowohl als Schmerzmittel als auch als Blutverdünner noch häufiger verschrieben bzw. selbst gekauft als bei uns. Das Ergebnis der Studie: Frauen, die pro Woche durchschnittlich sieben oder mehr (!) Aspirin® oder andere Präparate mit Acetylsalicylsäure einnahmen, erkrankten um 26% seltener an Brustkrebs.

Vorsorge mit Aspirin noch keine Option

Allerdings galt dieser Zusammenhang nur für Brustkrebstumoren, die als hormonabhängig klassifiziert wurden. Womit wir beim ersten Haar in der Suppe sind. Offenbar hemmt Acetylsalicylsäure ein Enzym, das für die Produktion von Östrogen verantwortlich ist. Und Östrogen wiederum gilt bei hormonabhängigen Tumoren als entscheidender Wachstumsfaktor. Das vermuten jedenfalls die Studienautoren. Denkt man das zuende, müsste die regelmäßige Einnahme von Aspirin® aber eigentlich auch zu Wechseljahresbeschwerden führen. Das passiert aber nicht, soweit uns bekannt ist.

Außerdem kann Acetylsalicylsäure gerade in größeren Mengen (und sieben Tabletten pro Woche sind sehr viel) zu einer ganzen Reihe an Nebenwirkungen führen, vor allem im Magen (Geschwüre, Blutungen). Auf Verdacht jeden Tag eine Aspirin® einzunehmen, um sich vor Brustkrebs zu schützen, ist also keine gute Idee. Die Wahrscheinlichkeit, sich damit den Magen zu ruininieren, ist größer als damit Brustkrebs zu verhindern. Zumindest nach aktuellem Wissensstand.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 28.05.04

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