Brustkrebs-Sterblichkeit sinkt: wegen der Mammographie?

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Brustkrebserkrankung zum Tode führt, ist in den letzten 40 Jahren deutlich gesunken. Und zwar um 44%, wie jetzt eine große Langzeitstudie zeigt. Die Ergebnisse der internationalen Forschergruppe wurden im renommierten Fachblatt Lancet veröffentlicht.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten aus einem schwedischen Krebsregister. Über 200.000 Frauen, bei denen zwischen 1958 und 1997 Brustkrebs diagnostiziert worden war, wurden mitenander verglichen. Das wichtigste Ergebnis: Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, ist in diesen 40 Jahren auf fast die Hälfte gesunken. In der Studie hatte man die Frauen mit einer Brustkrebsdiagnose zwischen 1958-1977 denjenigen zwischen 1978-1997 gegenübergestellt.

Deutlich gesunkene Sterberate nach Einführung der Mammographie

Die Wissenschaftler führen diese positive Entwicklung zum einen auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten zurück. Aber zum anderen auch auf die Einführung der Brustkrebsvorsorge mit der Mammographie. Diese Röntgenuntersuchung der Brust wurde nämlich in Schweden 1978 eingeführt, weshalb auch gerade diese beiden 20-Jahres-Zeiträume miteinander verglichen wurden. Nach den Berechnungen der Studienautoren gehen 30% der Risikominderung auf das Mammographie-Screening zurück.

Umstritten ist aber nach wie vor der optimale Beginn der regelmäßigen Mammographie-Untersuchungen. Die Studienleiter plädieren für eine Ausweitung und einen Beginn bereits ab dem 40. Lebensjahr, weil sich in der Untersuchung auch in dieser Altersklasse schon ein positiver Effekt nachweisen ließ. Das sehen viele Experten aber anders und bleiben bei ihrer Empfehlung, mit der Mammographie erst ab 50 Jahren zu beginnen.

Autoren: WANC/, Juni 2003
Quelle: Lancet 2003;361:1405-1410

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