Bei Brustkrebs: Lymphknoten nicht entfernen, sondern bestrahlen

Nach einer Brustkrebsoperation ist die Bestrahlung der umgebenden Lymphknoten möglicherweise die bessere Alternative zur kompletten chirurgischen Entfernung. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie.

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Bisher galt die chirurgische Entfernung aller Lymphknoten in der Umgebung der betroffenen Brust vielerorts als Standard. Denn wenn ein Brustkrebs beginnt zu streuen, dann sind die Lymphknoten im Abflussgebiet der Brust oft die erste Station für Metastasen. Da man den Befall äußerlich nicht immer erkennen kann, werden vorsorglich alle Lymphknoten im Abflussbereich der Brust entnommen.

Die Kanadier wählten nun ein anderes Verfahren. Sie entnahmen nur die vergrößerten und offensichtlich befallenen Lymphknoten, die verbliebenen wurden lediglich bestrahlt. Für die Frauen bedeutet das eine geringere Belastung während der Behandlung. Und nach der Operation kommt es seltener zu einem ausgeprägten Lymphstau. Aber was noch wichtiger ist: Die Rückfallquote verringerte sich durch die zusätzliche Bestrahlung um ein Drittel, verglichen mit Fällen, in denen man darauf verzichtet hatte. Damit ist die Bestrahlung wahrscheinlich ebenso effektiv wie die komplette chirurgische Entfernung, bei insgesamt geringer Belastung.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 21.07.2011
Quelle: J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr LBA1003)

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