Wann kann man bei einem Harnwegsinfekt auf Antibiotika verzichten und nur pflanzlich behandeln?

Darüber gibt es geteilte Ansichten. Geht man nach der sogenannten S3-Richtlinie der Ärztefachgesellschaft, sollte jeder Harnwegsinfekt antibiotisch behandelt werden. Zwar würde der Infekt in aller Regel auch von allein ausheilen. Aber mit Antibiotika werden die akuten Beschwerden signifikant schneller gelindert.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) weist aber in derselben Richtlinie in Form eines Minderheitenvotums darauf hin, dass aus ihrer Sicht nicht in jedem Fall eine Antibiotikatherapie notwendig ist. Denn der Verzicht darauf bedeutet in aller Regel keine Gefahr und alternative, natürlichere Behandlungsformen seien durchaus eine vertretbare Option.

Eine rein pflanzliche Behandlung als alleinige Maßnahme ist in jedem Fall vertretbar bei:

  • einem beginnenden Harnwegsinfekt mit nur leichten Beschwerden
  • Vorbeugung vor wiederholten Harnwegsinfekten (z.B. bei Frauen mit hoher sexueller Aktivität, die häufig darunter leiden)
  • der Reizblase (kein Infekt, aber Schmerzen und ständiger Harndrang aufgrund einer Überempfindlichkeit der Blasenmuskulatur, häufig Folge wiederholter Blasenentzündungen zuvor)


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