Harnwegsinfekt: Gegen welche Antibiotika sind die Bakterien häufig resistent?

Es gibt eine ganze Reihe an Antibiotika, die bei Harnwegsinfekten vor einigen Jahren noch gut wirkten und die heute oft keinen Effekt mehr haben. Der Grund: Viele der verursachenden Bakterien haben mittlerweile Resistenzen gegen diese Medikamente entwickelt.

Zwei Beispiele:

  • Das früher häufig eingesetzte Ampicillin wirkt in 60% der Fälle nicht mehr gegen Escherichia coli (E. coli), den häufigsten Erreger von Harnwegsinfekten.
  • Auch die früher gängige Antibiotika-Kombination aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol kann in 30% der Fälle nichts mehr gegen E. coli ausrichten.

Daher wurden in der Folge häufig sogenannte Chinolone (Gyrasehemmer) verschrieben. Doch auch gegen diese moderneren Antibiotika sind E.-coli-Stämme mittlerweile in jedem zehnten Fall resistent.

Heute gelten die Wirkstoffe Fosmomycin und Nitrofurantoin als Mittel der ersten Wahl. Als beste Alternative gilt Cefpodoxim. Soweit der aktuelle Stand. Auch das kann sich ändern, denn Bakterien haben die unangenehme Fähigkeit, sich über die Generationen immer wieder anzupassen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn, Dezember 2013