Sind bei einer Blasenentzündung immer Antibiotika notwendig?

Nein. In etwa jedem dritten Fall verschwindet die Infektion auch ohne Antibiotika wieder. Allerdings wird dennoch von den meisten Ärztegesellschaften empfohlen, einen Harnwegsinfekt grundsätzlich mit Antibiotika zu behandeln. Ihre Begründung: Die Wahrscheinlichkeit einer raschen Ausheilung ist damit deutlich höher und die Gefahr einer Ausbreitung der Blasenentzündung, zum Beispiel in die Nieren, wird gesenkt.

Daran ist nicht zu rütteln, allerdings gibt es auch viele Ärzte, die ein abwartenderes Vorgehen befürworten. Sie empfehlen bei leichteren Beschwerden über die ersten 2-3 Tage eine rein symptomatische Behandlung (viel trinken, pflanzliche Medikamente) und erst, wenn das nicht fruchtet oder die Beschwerden zunehmen, einen Umstieg auf Antibiotika.

Nicht alle Antibiotika wirksam

Ein Problem an den Antibiotika ist allerdings die zunehmende Entwicklung von Resistenzen. Also von Bakterien, denen man mit den üblichen Antibiotika nichts mehr anhaben kann. Entstanden ist diese Dilemma unter anderem dadurch, dass insgesamt in der Medizin zu schnell und zu häufig Antibiotika verschrieben werden. Im Falle einer Blasenentzündung bedeutet das, dass bei der Auswahl der geeigneten Präparate der aktuellen Wissensstand zu Resistenzen berücksichtigt werden muss.

Ungeachtet dieser Problematik gilt: Wann immer eine Blasenentzündung stärkere Beschwerden verursacht oder es gar Anzeichen für ein Aufsteigen in die Nieren gibt (Fieber, Rückenschmerzen), muss in jedem Fall mit Antibiotika behandelt werden.

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