Grüner Star: Neue Operationsmethode

Wenn der Augeninnendruck zu hoch wird, können dadurch die Nerven im Auge zerstört werden. Die entstandene Schädigung nennt sich Glaukom oder Grüner Star und ist die zweithäufigste Erblindungsursache. Jetzt gibt es eine neue Operationsmethode, die mit einem winzigen Schnitt auskommt.

Rund 800.000 Menschen sind in Deutschland von einem Glaukom betroffen. In der Regel erhalten sie Augentropfen, um den Druck im inneren des Auges zu senken. Doch manchmal reicht das nicht. Dann muss der Augenchirurg ran, der die Bindehaut großflächig aufschneidet und einen Abfluss für das dort angesammelte Wasser legt. Die Operationsmethode nennt sich Trabekulektomie.

OP-Gerät so groß wie ein Kugelschreiber

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) weist nun darauf hin, dass in vielen Fällen eine neue Methode ausreicht, die nur einen 1,6 mm breiten Schnitt benötigt. Dazu gibt es ein neues Instrument – das nennt sich Trabektom und ist etwa so groß wie ein Kugelschreiber. An dessen Spitze befindet sich ein Elektromesser, ein Absauger und ein Infusionskanal. Das winzige Messer kann eine Verhärtung im Auge, Augenärzte nennen es das Trabekel-Maschenwerk, entfernen, das häufig das Abfließen der Augenflüssigkeit verhindert.

Dieser Eingriff ist unter örtlicher Betäubung möglich. Er dauert etwa zehn Minuten. Augenärzte berichten, dass sich der Augeninnendruck um bis zu 40 Prozent verringern lässt.

Autor: Christian Sachse, 09.09.2011
Quelle: 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

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