Hilft der YAG-Laser bei Mouches volantes ("Augenfusseln")

In manchen Fällen ist das durchaus möglich. Das spezielle Verfahren kann bei massiven Beschwerden und großem Leidensdruck der Betroffenen eine Alternative zur Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) sein. Es kommt allerdings nicht für jeden in Frage und muss genau abgewogen werden.

Wenn das Gestöber aufs Gemüt schlägt

Ob auf Französisch "Mouches volantes", auf Englisch "Floater" oder im Deutschen "fliegende Mücken" – bei einigen Betroffenen zerrt das lästige Umherschwirren der kleinen Quälgeister vor den Augen stark an den Nerven. Manch einer fühlt sich dadurch im Alltag derart massiv gestört, dass sogar die gesamte Lebensqualität darunter leidet.

Da hilft auch der beruhigende Zuruf des Arztes wenig, das Phänomen sei völlig harmlos und bedürfe keiner Behandlung. Das stimmt sicherlich in den allermeisten Fällen. Aber welche Möglichkeiten gibt es für Menschen, die wirklich erheblich unter den optischen Störeindrücken leiden?

Ein neuer Therapiebaustein: der YAG-Laser

Lange Zeit beschränkten sie sich tatsächlich entweder darauf abzuwarten oder den Glaskörper operativ zu entfernen (Vitrektomie). Dieser doch erhebliche Eingriff sollte jedoch wohlüberlegt sein und nur als letzte Option in Frage kommen.

Nun haben Sie aber offenbar bereits von einem anderen Verfahren gehört, das die Verklumpungen im Glaskörper, die verantwortlich für die Irritationen im Auge sind, auflösen kann: dem YAG-Laser. Er wird mehr und mehr als einfache und risikoarme Alternative zur Operation angeboten, die auch ambulant durchgeführt werden kann. Doch hilft sie wirklich?

Wie bei jedem neuen Verfahren muss sich auch die sogenannte Vitreolyse, bei der die verklumpten Eiweißstränge im Glaskörper mit einem Laserstrahl aufgelöst werden, noch bewähren. Die bisherigen Ergebnisse sind durchaus vielversprechend. Der kleine Eingriff wird von den Betroffenen gut angenommen und scheint effektiv zu sein. Allerdings ist er nicht für jeden geeignet. Eingehende Voruntersuchungen sind nötig, um herauszufinden, wer davon profitieren könnte.

Voraussetzungen müssen stimmen

Es gibt unterschiedliche Arten von Floatern. Außerdem können sie sich an verschiedenen Stellen im Glaskörper tummeln. Beides ist wichtig, um den möglichen Erfolg abzusehen.

Bei jüngeren Menschen < 45 Jahren sind die Partikel oft klein und liegen nahe an der Netzhaut. Die Gefahr für Verletzungen der empfindlichen inneren Augenhaut ist dann zu groß. Umgekehrt eignen sich auch Verklumpungen, die weit vorne im Glaskörper nahe der Linse liegen, nicht für den Laser, da die Gefahr einer Linsentrübung besteht.

Große, gut abgrenzbare Teilchen im Inneren des Glaskörpers kommen dagegen für die Behandlung am ehesten in Frage. Hier sind auch die Erfolgsaussichten am größten. Erfahrungsberichte aus Einzelpraxen sprechen von bis zu 95%. Je mehr Partikel und je diffuser die Anordnung, umso weniger vielversprechend ist der Laser.

Die Vielfalt der Floater

Für diejenigen Leser, die es ganz genau wissen möchten , sei noch auf die verschiedenen Floatertypen hingewiesen. Folgende Varianten werden unterschieden:

  • faserartige Floater
  • wolkenartige Floater
  • Weiß-Ring-Floater

Bei den jüngeren Betroffenen sind die faserartigen Floater vorherrschend. Hier sollte nicht gelasert, sondern tatsächlich abgewartet werden, da es durchaus sein kann, dass die Störenfriede im Auge auch wieder verschwinden.

Wolkenartige Gebilde entstehen typischerweise durch die normalen Alterungsprozesse und können sich je nach Lage für eine Laserbehandlung anbieten. Weiß-Ring-Floater sind Zeichen einer Glaskörperabhebung. Sie sind relativ groß und daher für die Vitreolyse am besten geeignet.

Mögliche Gefahren

Trotz guter Erfolge dürfen die möglichen Risiken nicht außer Acht gelassen werden. So besteht, wie bereits erwähnt, grundsätzlich die Gefahr einer Linsentrübung und einer Netzhautablösung, -blutung oder -verletzung. Außerdem kann sich in der Netzhaut Flüssigkeit ansammeln (Makulaödem) oder der Augeninnendruck ansteigen.

Hinzu kommt, dass es bisher noch wenige qualitativ hochwertige, aussagekräftige Studien und Langzeitbeobachtungen zur YAG-Laser-Vitreolyse gibt, die die Ergebnisse wie Sehkraft und Lebensqualität sowie mögliche Komplikationen und Langzeitfolgen untersuchen.

Daher gilt bei dem an sich harmlosen Phänomen der Mouches volantes: Nur wenn Sie massiv beeinträchtigt sind und erheblich unter den Seheindrücken leiden, sollten Sie sich behandeln lassen. Mouches volantes können die gesamte Lebensqualität einschränken und bis hin zu Depressionen führen. So weit sollte es nicht kommen. Vielleicht ist der Laser dann für Sie eine Behandlungsoption.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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