Mouches volantes: Was ist eine YAG-Laser-Vitreolyse?

Mit dem speziellen Laser lassen sich verklumpte Eiweißstrukturen im Glaskörper des Auges auflösen (Vitreolyse). So können die lästigen "Fussel" vor den Augen beseitigt werden. Trotz zum Teil guter Erfolge muss sich das Verfahren aber weiterhin bewähren.

Begrenzte Möglichkeiten

Lange gab es für Menschen, denen ständig lästige kleine Punkte oder Fäden (auch Floater genannt) vor den Augen umhertanzen, nur wenig Behandlungsoptionen. Die eine, wenig erbauliche, lautet schlicht "abwarten und sich daran gewöhnen". Die andere, ebenso abschreckende, besteht in der radikalen Entfernung des eingetrübten Glaskörpers.

Beide Verfahren gelten nach wie vor und haben weiterhin in vielen Fällen ihre Berechtigung. Vor allem das müßige Abwarten ist tatsächlich in der Regel üblich bei Mouches volantes, da die schwirrenden Partikel meist harmlos sind und mit der Zeit auch wieder verschwinden können.

YAG-Laser erweitert das Spekrum

Für schwer geplagte Sichtgetrübte gibt es jetzt prinzipiell eine dritte Variante: den YAG-Laser. Über viele Jahre noch nicht ausgereift etabliert sich das Verfahren mehr und mehr bei der Behandlung ausgeprägter Mouches volantes. Das mit vollem Namen Nd:YAG-Laser (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) genannte Gerät zeichnet sich durch extrem niedrige Energiewerte und sehr kleine Rate an Laserimpulsen aus.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich zur Glaskörperentfernung (Vitrektomie) ist das Verfahren weitaus weniger aufwendig und risikoreich. Es kann ambulant durchgeführt werden und kommt ohne Schnitte und Stiche aus, ist also "nicht-invasiv", wie die Mediziner sagen.

Ablauf im Einzelnen

So müssen Sie sich das Ganze vorstellen:

Ihre Augen werden mit Augentropfen zunächst betäubt. Danach blicken Sie durch ein Kontaktglas, das vorsichtig auf die Hornhaut aufgesetzt wird, in eine Lichtquelle, die Sie fortan fixieren sollen. Der Arzt sitzt Ihnen gegenüber und schaut seinerseits durch ein Mikroskop direkt in Ihren Glaskörper. Zwischen Ihnen beiden ist der Laser installiert, der mit dem Mikroskop verbunden ist.

Der Arzt richtet den Strahl nun exakt auf die Klümpchen im Inneren des Glaskörpers und "beschießt" sie mit kurzen Laserimpulsen. Dadurch werden die Eiweißknäuel aufgelöst, was in der Fachsprache als Photodisruption bezeichnet wird.

Während der Behandlung sehen Sie eventuell kleine dunkle Teilchen oder Schatten. Ansonsten müssen Sie keine weiteren Unannehmlichkeiten befürchten, insbesondere keine Schmerzen. Danach bekommen Sie zur Sicherheit noch entzündungshemmende Mittel in die Augen getropft.

(Noch) keine Kassenleistung

Eine Behandlung dauert je nach Größe und Menge der Floater etwa 20 bis 60 Minuten. Manchmal sind jedoch mehrere Sitzungen nötig. Das ist deshalb nicht ganz unerheblich für Sie zu wissen, da die Kosten für die YAG-Laser-Vitreolyse zumindest bislang nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Sie müssen daher selbst für die ca. 500 Euro pro Sitzung und Auge aufkommen.

Im Vergleich zur Vitrektomie ist die Laserbehandlung recht risikoarm. Die Gefahr für Infektionen ist bei dem nicht-invasiven Verfahren sehr gering. Durch die niedrigen Energiewerte entsteht keine Wärme, so dass das umliegende Gewebe weitgehend verschont bleibt von der Laserwirkung. Dafür sorgt auch die präzise Ausrichtung des Strahls auf die anvisierten Teilchen.

Nach der Behandlung kann das Auge kurzzeitig noch gerötet sein. Eventuell sehen Sie zudem etwas verschwommen. Daher dürfen Sie danach auch nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, sondern sollten sich am besten abholen lassen.

Risiken und Einschränkungen

So einfach und elegant das Verfahren aber auch sein mag, ganz frei von Risiken ist es nicht. Grundsätzlich kann es auch hier zu Verletzungen der Netzhaut, Eintrübungen der Linse (Katarakt) oder einem erhöhten Augeninnendruck mit weiteren Komplikationen kommen.

Außerdem kommt die Behandlung nicht für jeden in Frage. Genaue Voruntersuchungen sind wichtig, um herauszufinden, für wen sie geeignet ist. Grundsätzlich sollte sie nur bei massiver Belastung und Einschränkung im Alltag zum Zug kommen.

Ein weiteres Manko: Bisher fehlen aussagekräftige Studien und Langzeitbeobachtungen, um die YAG-Laser-Vitreolyse zu beurteilen und die langfristigen Folgen abzusehen.

Wenn Sie unter den Fusseln vor Ihrem Blickfeld leiden und sich in Ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt fühlen, lassen Sie sich in einem spezialisierten Zentrum informieren. Eine ausführliche Beratung und ggf. genaue Voruntersuchung sollten selbstverständlich sein.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen