Mouches volantes: Was passiert bei der Glaskörperentfernung?

Die operative Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) kommt nur bei schweren und komplexen Glaskörpertrübungen oder Komplikationen in Frage. Dabei wird der verflüssigte Glaskörper im Inneren des Auges mit einer Nadel abgesaugt.

Drei kleine Stiche ins Auge

GlaskörperentfernungGlaskörperentfernung

Dafür sticht der Augenarzt ein kleines handgeführtes Gerät mit einer spitzen Nadel, das sogenannte Vitrektom, an Iris und Linse vorbei in den Augapfel. Außerdem braucht er eine Lichtquelle, um etwas sehen zu können. Das erfordert einen weiteren kleinen Einstich.

Über einen dritten Zugang wird schließlich eine Spüldrainage ins Auge eingeführt, über die eine Kochsalzlösung eingeleitet wird. So bleibt der Augendruck aufrechterhalten, und der Augapfel behält seine normale Form. Der entstehende Hohlraum kann auch mit Gas aufgefüllt werden. Flüssigkeit wie auch Gas verbleiben nach der Operation im Auge und werden mit der Zeit vom Körper absorbiert.

Lokale Betäubung reicht

Auch wenn das alles abenteuerlich klingen mag, ist der Eingriff an sich keine große Sache und kann mit den heutigen minimalinvasiven Operationstechniken sehr schonend durchgeführt werden. Mit der integrierten Saug- und Schneidefunktion des Vitrektoms wird der verflüssigte Glaskörper einfach abgesaugt und an der Basis herausgeschnitten.

Meist wird die Operation unter lokaler Betäubung vorgenommen, wodurch die Schmerzwahrnehmung, aber auch die Beweglichkeit des Auges ausgeschaltet wird. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht nötig, auf Wunsch aber möglich. Für den Eingriff werden Sie für einige Tage stationär aufgenommen.

Kein Allheilmittel

Ziel der Operation ist es, die Trübungen und damit die lästigen Irritationen im Auge zu beheben. Außerdem lässt die Zugkraft auf die Netzhaut nach, wenn der instabile Glaskörper entfernt ist.

Dennoch sind nicht alle Betroffenen nach dem Eingriff beschwerdefrei. Optische Störphänomene können bleiben und andere Sehbeeinträchtigungen hinzukommen. Außerdem kann es sowohl während der Operation als auch noch lange danach zu Komplikationen wie einer Netzhautablösung oder Linseneintrübung kommen.

Die Behandlung ist daher sorgfältig abzuwägen. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt und lassen Sie sich beraten, welche Therapieoption für Sie die richtige ist.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).