Mouches volantes: Was ist eine Vitrektomie?

Unter einer Vitrektomie versteht man die Entfernung des Glaskörpers. Bei Mouches volantes ("fliegenden Mücken"), die Betroffene oft als "Fusseln" vor dem Auge beschreiben, wird sie nur sehr zurückhaltend durchgeführt.

Wann der Glaskörper raus muss

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort vitreus = gläsern ab. Eine Ektomie bezeichnet in der Medizin das Herausschneiden eines Organs oder Gewebeteils. Gemeint ist also die operative Entfernung des Glaskörpers (Corpus vitreum), einer gallertartigen, gläsern durchscheinenden Kugel zur Stabilisierung des Augapfels.

Die Vitrektomie ist kein unerheblicher Eingriff im Auge, der auch Risiken birgt und spätere Komplikationen nach sich ziehen kann. Daher entscheiden sich Ärzte mit Bedacht und nur bei dringenden Anlässen dafür.

Dazu gehören beispielsweise gefährliche Ausmaße einer diabetischen Erkrankung der Augen wie Glaskörperblutungen, Netzhautablösungen, aber auch schwere Entzündungen des inneren Auges oder Augenverletzungen. Die vergleichsweise "harmlosen" Mouches volantes gehören in der Regel nicht dazu.

Bei Mouches volantes nur in schweren Fällen

Manchmal ist der Leidensdruck der Betroffenen jedoch so enorm, dass der Eingriff auch bei den kleinen Fusseln, punkt- oder fadenförmigen Gebilden, die ständig durchs Blickfeld huschen, gerechtfertigt sein kann. Das ist aber im Einzelfall genau abzuwägen und erfordert gründliche Voruntersuchungen.

Während die "fliegenden Mücken" im Auge an sich ungefährlich sind, können die Prozesse im Glaskörper, die dafür verantwortlich sind, allerdings weiter voranschreiten. Wenn sich der Glaskörper zunehmend verflüssigt, hebt er sich unter Umständen irgendwann von den anliegenden Schichten ab. Dabei kann die Netzhaut einreißen und sich schlimmstenfalls lösen. Auch hier kann die Vitrektomie angebracht sein.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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