Wie werden Mouches volantes ("Fussel" vor den Augen) behandelt?

So ernüchternd es auch klingen mag: In vielen Fällen überhaupt nicht. Die lästigen "Fussel" vor den Augen sind zwar unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich. Eine Behandlung erfolgt daher nur bei starker Beeinträchtigung oder Komplikationen.

Flusen im Glaskörper

Die meisten Menschen sehen irgendwann kleine Punkte, Fäden oder Spiralen vor ihrem Blickfeld umhertanzen und fragen sich, was es damit auf sich hat. Meist nichts Schlimmes. Verantwortlich für diese optischen Eindrücke sind Trübungen und Veränderungen in der Zusammensetzung des Glaskörpers, einer gelartigen Kugel, die einen Großteil der Augenhöhle ausfüllt. Im Lauf der Jahre können bestimmte Eiweißstrukturen darin verklumpen und sich auf der Netzhaut abbilden. Sie haben allerdings, wie die Ärzte so schön sagen, an sich keinen Krankheitswert.

Störend für die Betroffenen sind sie aber allemal. Außerdem kann es, wenn auch recht selten, zu Komplikationen wie einer Netzhautablösung kommen. Blitze im Auge, eine hochziehende Mauer oder ein fallender Vorhang können Alarmsignale sein. Dann ist eine rasche Behandlung nötig.

Die radikale Variante: Glaskörper entfernen

Aber auch ohne solche gefährlichen Zwischenfälle leiden viele Betroffene erheblich unter den Quälgeistern im Auge. Wenn Ihr Alltag und Ihre Lebensqualität dadurch deutlich eingeschränkt sind, gibt es durchaus Möglichkeiten.

So kann der verantwortliche Glaskörper operativ entfernt werden (Vitrektomie). Dabei wird die gelartige Masse mitsamt den schwirrenden Eiweißen abgesaugt und der entstandene Hohlraum mit einer Tamponade aus einer Kochsalzlösung oder einem Gas gefüllt. Der Eingriff ist allerdings recht aufwendig und birgt einige Risiken wie z.B. eine nachfolgende Netzhautablösung oder Eintrübung der Linse (Katarakt). Dennoch ist er in schwerwiegenden Fällen und bei komplexen Glaskörpertrübungen eine mögliche Behandlungsoption.

Mit dem Laser gegen die Schlieren

Inzwischen gibt es noch ein weiteres Verfahren, das in der klinischen Anwendung immer verbreiteter wird: die Behandlung mit einem speziellen Laser. Die Methode war lange noch nicht ausgereift und wurde eher skeptisch betrachtet. Mittlerweile wurden mit dem sogenannten Nd:YAG-Laser gute Ergebnisse erzielt.

Dabei werden die Schlieren im Glaskörper mit wenig Energie und kurzen Laserimpulsen gezielt erfasst und aufgelöst bzw. verdampft (Vitreolyse). Das Verfahren ist nicht-invasiv, erfordert also keinen Schnitt oder Einstich und kann ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Noch auf dem Prüfstand

Wie nahezu jede Behandlung ist aber auch der Laser nicht frei von Risiken. Außerdem sind noch weitere Studien nötig, um das Verfahren an einer ausreichenden Zahl von Probanden zu beurteilen und den Langzeitverlauf zu verfolgen. Darüber hinaus ist es nicht für jeden und nicht bei allen Formen der Glaskörpertrübung gleichermaßen geeignet. Daher sind umfassende Voruntersuchungen nötig.

Ein weiterer Haken: Die Kosten werden derzeit von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen und müssen selbst geleistet werden. Pro Auge und Sitzung fallen etwa 500 Euro an.

Lassen Sie sich in einem erfahrenen Zentrum genau informieren und beraten, ob eine Therapie bei Ihnen in Frage kommt und welche ggf. geeignet ist.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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