Kann man durch den Grünen Star blind werden?

Ja. Der Grüne Star, in der Fachsprache das Glaukom, ist in der westlichen Welt sogar eine der häufigsten Erblindungsursachen. Der Hauptgrund dafür ist aber nicht, dass diese Gruppe von Augenerkrankungen so schwierig zu behandeln wäre. Sondern dass die häufigsten Formen schleichend verlaufen und lange Zeit nicht bemerkt werden.

Zeitbombe, die nicht tickt

Zudem ist der Augeninnendruck bei einem Glaukom keineswegs immer über die Norm erhöht, wie man früher glaubte. Ein Glaukom wird deshalb immer noch zu oft erst dann erkannt, wenn bereits dauerhafte Schäden am Sehnerv und der Netzhaut vorliegen und mehr oder weniger starke Gesichtsfeldausfälle verursachen. Die Betroffenen tragen quasi eine Zeitbombe im Auge, deren Ticken sie weder hören noch sehen oder spüren können.

Früherkennung schützt vor Erblindung

In einigen Publikationen wird der Grüne Star daher auch als "leiser Dieb der Sehkraft" bezeichnet. Wird der Verlust der vollen Sehfähigkeit vom Betroffenen bemerkt, ist es für deren Herstellung zu spät. Wie bei einem heimtückischen Diebstahl gilt dann: Was weg ist, ist weg.

Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Denn behandelbar ist der Grüne Star, nur eben nicht rückwirkend. Den Schutz Ihres Augenlichts müssen Sie selbst in die Hand nehmen, wie beim Auto oder der Brieftasche. Ein bevölkerungsweites Screening gibt es bisher nicht. Das Glaukom ist nach der altersbedingten Makuladegeneration die zweithäufigste Ursache für Erblindung in Deutschland.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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