Welche Rolle spielt die Psyche beim Grünen Star?

Ihre Psyche spielt beim Grünen Star, wie bei jeder anderen komplexen Erkrankung auch, eine bedeutende Rolle. Leider wird Ihnen der Augenarzt dabei mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht weiterhelfen können. Denn das Verständnis der psychisch-körperlichen Zusammenhänge wird in der wissenschaftlichen und praktischen Medizin immer noch viel zu wenig gelebt. Das betrifft übrigens nicht nur den sogenannten schulmedizinischen Heilsektor.

Eigentlich naheliegend: Auge, Geist und Seele gehören und spielen zusammen

Dabei ist es eigentlich so naheliegend und im Alltag immer wieder spürbar, dass sich Körper, Geist und Seele gegenseitig beeinflussen. Dass Dauerstress zu Herzinfarkt und Burnout führen kann, ist mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Der äußere Druck, etwa am Arbeitsplatz, der nicht innerlich abgebaut werden kann, erhöht den Blutdruck und führt zu Erschöpfungszuständen. Daraus resultiert ein Ungleichgewicht im Körper, aus dem sich auf Dauer krankhafte Veränderungen ergeben können.

Das ist im Auge nicht anders. Aus Untersuchungen weiß man übrigens, dass sich ein großer Teil der biologisch gestressten Menschen gar nicht gestresst fühlen. Diese gewollte oder ungewollte Fehlwahrnehmung zu überwinden ist dann der erste Schritt in Richtung Heilung.

Druckabbau durch Besinnung auf Selbstheilungskräfte

Neben den hin und wieder empfohlenen Entspannungsübungen sind beim Grünen Star (medizinisch: Glaukom) deshalb auch psychophysiotherapeutische Maßnahmen sehr empfehlenswert. Dafür müssen Sie nicht gleich in die Praxen von Psychotherapeut und Physiotherapeut rennen. Die können Ihnen bei Bedarf immer noch helfen. Beginnen Sie zunächst damit, sich intensiv und einfühlsam mit Ihrem eigenen Organismus zu beschäftigen. Durch die Besinnung auf körpereigene Ressourcen, seelische Kräfte und die Förderung der Selbstheilungsprozesse können erstaunliche Verbesserungen erzielt werden.

Der Druckabbau ist eine erste wichtige Maßnahme. Sie kann helfen, den medizinischen Druckabbau durch Medikamente oder Operationen, der immer auch mit einem Nebenwirkungsrisiko behaftet ist, zu reduzieren oder zu vermeiden.

Schulmedizin skeptisch gegenüber psychischen Zusammenhängen

Umgekehrt gilt: Werden die Seele und die ganzheitlichen Wechselbeziehungen im Körper vernachlässigt, wird es auch mit einer dauerhaften Drucksenkung im Auge schwer. Ganz zu schweigen von den körpereigenen Reparaturvorgängen. Die Wiederherstellung von Gesichtsfeldverlusten ist durchaus möglich und in diversen Untersuchungen bestätigt worden. Dies steht aber im krassen Gegensatz zu der überwiegend vertretenen medizinischen Lehrmeinung und wird nicht an die große Glocke gehängt. Klar –überzeugende wissenschaftliche Studien dazu fehlen. Das gilt aber, ob man’s glaubt oder nicht, auch für viele Maßnahmen der sogenannten Schulmedizin.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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