Was ist ein Grüner Star?

Der Grüne Star ist der volksmundartliche Begriff für das Glaukom. Landläufig wird der Grüne Star bzw. das Glaukom mit einem erhöhten Augeninnendruck gleichgesetzt. Das ist aber nicht ganz richtig. Nur rund 60% der Glaukom-Patienten haben tatsächlich einen erhöhten Augendruck. Viele andere reagieren in der Augenregion nur einfach sehr empfindlich, z.B. auf erhöhte Blutdruckwerte, ohne bei der Augendruckmessung aufzufallen.

Der gemeinsame Nenner aller Glaukom-Formen bzw. des Grünen Stars ist ein anderer: Durch Druckprobleme oder andere Ursachen kommt es, soweit nicht behandelt wird, zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervs. Und damit ab einem bestimmten Punkt zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes. Unbehandelt kann das Geschehen zur Erblindung führen.

Gefahr der Erblindung vor allem wegen zu später Diagnose

Die Schätzungen zur Zahl der Betroffenen reichen je nach Quelle bis zu über eine Million Menschen in Deutschland. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Jenseits der 40 Jahre wird eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Erkrankung empfohlen, ein Screening jedoch nicht. Dabei können durch eine erfolgreiche Früherkennung unnötige Therapien und vor allem dauerhafte Sehschäden vermieden werden. Denn der Grüne Star macht sich für die Betroffenen erst relativ spät in Form von typischen Gesichtsfeldausfällen bemerkbar.

Der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich und nur schwer kalkulierbar. Das Glaukom gilt in den Industriestaaten nach der Zuckerkrankheit als zweithäufigste Ursache für eine Erblindung. Vor allem, weil es zu spät erkannt wird.

Der Grüne Star hat nichts mit dem Grauen Star zu tun, dessen kennzeichnendes Merkmal die Linsentrübung ist.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

Anzeigen