Was ist bei der Messung des Augeninnendrucks zu beachten?

Bei einem bestehenden Glaukom und bei der Früherkennungsuntersuchung, ob man ein Glaukom hat, spielt der Augeninnendruck eine wichtige Rolle. Wie auch immer er gemessen wird, eines gilt es zu beachten: Der Augeninnendruck ist keine konstante Größe, sondern er unterliegt Schwankungen im tageszeitlichen Verlauf.

Wiederholte Messungen sinnvoll

Vor allem bei erhöhten Druckwerten sind deshalb wiederholte Messungen empfehlenswert, eventuell auch über den Tag verteilt zur Erstellung eines Tagesprofils. Eine alleinige Druckmessung ist für sich genommen nur sehr beschränkt aussagekräftig und noch keine Früherkennungsuntersuchung. Ein erhöhter Augeninnendruck als solcher rechtfertigt auch noch nicht die Diagnose Glaukom oder gar eine entsprechende Behandlung. Dazu bedarf es in jedem Fall weiterer Untersuchungen, die vor allem den Sehnerven und das Gesichtsfeld betreffen.

Genauigkeit der Werte vom Verfahren abhängig

Zudem können die Druckwerte verfälscht sein, wenn das traditionelle Verfahren nach Goldmann (Applanationstonometrie) an einem Auge vorgenommen wird, dessen Hornhautdicke vom Standard abweicht. Bei dünnerer Hornhautkann ein zu niedriger, bei dicker Hornhaut ein zu hoher Augendruckwert resultieren. Deshalb empfiehlt sich die Messung der Hornhautdicke, um einen eventuellen Korrekturfaktor berücksichtigen zu können.

Risiken und Nebenwirkungen

Außer der Aussagekraft sind auch die möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Messung für den Betroffenen von Interesse. Bei direktem Kontakt mit der Hornhaut kann diese verletzt oder infiziert werden. Im Normalfall sollte das nicht passieren, aber Ausnamen bestätigen leider die Regel.

Selten besteht eine Allergiegefahr, die von den verabreichten Augentropfen zur Betäubung der Hornhaut ausgeht. Ein Brennen in den Augen ist nicht ungewöhnlich, dauert aber nur kurze Zeit. Noch unangenehmer wird vielfach der Luftstoß empfunden, mit dem die berührungsfreie Druckmessung (Non-Contact-Tonometrie) erfolgt.

Mit den modernen Messverfahren wie der Non-Contact-Tono-Pachymetrie und der dynamischen Konturtonometrie wird der Genauigkeit und der Sicherheit Rechnung getragen. Ihre Fachbezeichnungen sind zwar schreckliche Bandwürmer, ihr Nutzen aber ein Fortschritt. Jedenfalls da, wo ihr Einsatz möglich und sinnvoll ist. Und solange der Augendruck nicht nur für sich, sondern im Gesamtzusammenhang gesehen und interpretiert wird.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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