Muss ich die Augentropfen anwenden, obwohl mein Augeninnendruck nicht erhöht ist?

Bei einem Glaukom (Grüner Star) werden Augentropfen verordnet, um den Augeninnendruck zu senken und Folgeschäden am Sehnerven vorzubeugen. Leider ist die Sache mit erfolgter Drucksenkung aber nicht ausgestanden. Jetzt geht es darum, das normale Augendruckniveau und die erreichte Stabilisierung im Auge zu halten. Deshalb wird üblicherweise die weitere, lebenslange Anwendung der Augentropfen als notwendig und – abgesehen vom operativen Vorgehen – alternativlos erachtet.

Augentropfen wirken nicht nur drucksenkend

Viele der heute verschriebenen Augentropfen senken übrigens nicht nur den Augeninnendruck, wie oft irrtümlich angenommen wird. Die Präparate verbessern auch die Durchblutung der Netzhaut und des Sehnervs. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Augentropfen auch bei einem Normaldruck-Glaukom zur Standardtherapie gehören, obwohl hier gar keine erhöhten Druckwerte gemessen werden.

Ganzheitliches Selbstmanagement

Mit den Begriffen „lebenslang“ und „alternativlos“ sollte man allerdings vorsichtig umgehen. Auch wenn es den Grünen Star betrifft, der erwiesenermaßen bis zur Erblindung führen kann, wenn man nichts dagegen tut. Sollte Sie die Aussicht auf ein lebenslanges Tropfen ernsthaft stören, raten wir Ihnen deshalb abseits der medizinischen Lehrpfade zu einem ganzheitlichen Selbstmanagement. Beschäftigen Sie sich eingehend und selbstverantwortlich mit wichtigen Dingen Ihres Lebens: mit Ihrem Organismus, Ihrer Ernährung, Ihren mentalen und psychischen Einstellungen und Fähigkeiten sowie mit Ihren  – möglicherweise druckvollen – Lebensumständen. Das Ziel ist es, das eigene Selbstheilungspotenzial auszuschöpfen. Im besten Fall können Sie dann in der Folge die Anwendung der Augentropfen reduzieren oder sogar vermeiden.

Behalten Sie dabei aber immer auch die Situation in Ihren Augen unter Kontrolle und nehmen Sie regelmäßig die augenärztliche Untersuchung und Beratung wahr.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Anzeigen