Wie wird der Nachstar behandelt?

Nach einer gelungenen Operation des Grauen Stars kann es im Laufe von Monaten oder Jahren zur Eintrübung der im Auge verbliebenen hinteren Linsenkapsel kommen, wodurch sich das Sehvermögen wieder verschlechtert. Dieser sogenannte Nachstar lässt sich in den meisten Fällen mit einer ambulanten Laser-Behandlung ohne größere Probleme entfernen.

Laserstrahl schafft wieder klare Sicht

Zunächst wird mittels Augentropfen die Pupille im betroffenen Auge weitgestellt und das Auge betäubt. Der schmerzlose Eingriff erfolgt dann an einem Gerät, wie Sie sie von der üblichen Augenuntersuchung her kennen. Durch ein aufgesetztes Kontaktglas wird mit dem Strahl eines Lasers sozusagen ein Loch in die Nachstar-Membran geschossen – und in die Hinterkapsel, weshalb dieses Verfahren medizinisch als Kapsulotomie bezeichnet wird. In Abhängigkeit von der Dicke der Zellschicht sind dafür etwa 10-40 Laser-Impulse nötig, bis die Öffnung ausreichend groß ist, um Ihnen wieder klare Sicht zu gewähren.

Seltene Risiken

In der Regel tritt nach einer erfolgreichen Laser-Behandlung kein Nachstar mehr auf. Das Verfahren ist außerdem alles in allem vergleichsweise risikoarm. Dennoch können Komplikationen auftreten. Dazu gehören in sehr seltenen Fällen auch die Schwellung des Sehzentrums und die Netzhautablösung als schwerwiegendste Spätkomplikation.

Eine Alternative zur Laser-Behandlung ist die chirurgische Absaugung. Sie wird aber heute nur noch selten durchgeführt. Eine Behandlung mit Medikamenten ist, wie auch beim Grauen Star selbst, nicht möglich.

Eine Nichtbehandlung hat zur Folge, dass die Sehprobleme weiter zunehmen. Das hat der Nachstar leider mit dem Grauen Star gemein.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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