Wieso kann man manchmal mit Grauem Star besser sehen?

Es klingt paradox, aber manchmal kann das tatsächlich passieren – allerdings leider nur vorübergehend. Dieses Phänomen tritt bei einer bestimmten Form des Grauen Stars auf, dem sogenannten Kernstar (Cataracta nuclearis).

Durch die Veränderungsprozesse im Linsenkern kommt es dabei zu einer Zunahme der Brechkraft. Besteht nun zuvor eine leichte Weitsichtigkeit, wie sie ja im Alter sehr häufig vorkommt, kann diese eine Zeit lang ausgeglichen werden. Denn die Ursache der Weitsichtigkeit ist meist eine nachlassende Brechkraft der Augen. Das Tragen einer Lesebrille ist dann plötzlich nicht mehr erforderlich.

Freude währt nur kurz

Die zunehmende Eintrübung der Linse beim Grauen Star sorgt allerdings im weiteren Verlauf dafür, dass sich das Sehvermögen in allen Entfernungsbereichen verschlechtert. Deshalb ist die Freude über die verbesserte Sehleistung, wenn sie sich denn eingestellt haben sollte, meist nur von kurzer Dauer.

Mit der Operation des Grauen Stars kann aber nicht nur das getrübte Sehvermögen, sondern auch die Alterssichtigkeit behoben werden, je nachdem, welcher Linsentyp und welche Brechkraft für die Kunstlinse gewählt werden. Die Vor- und Nachteile sollten Sie mit Ihrem Augenarzt besprechen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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