Muss man den Grauen Star operieren? Kann man ihn nicht auch anders aufhalten?

Nein, die einzige nachweisbar erfolgreiche Behandlungsmethode des Grauen Stars ist tatsächlich die Operation. Das sagt zumindest die Schulmedizin. Augentropfen oder andere Mittel können die Linsentrübung nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand weder bessern noch ihr Fortschreiten aufhalten.

Das heißt aber nicht, dass der Graue Star von Tag zu Tag schlimmer wird. Längere Phasen ohne zunehmende Sehverschlechterung sind durchaus möglich. Leider kann man das aber nicht zuverlässig vorhersagen.

Sie sollten sich deshalb mit der Entscheidung für eine Operation auseinandersetzen, wenn Sie sich in Ihrer Lebensqualität durch den Grauen Star beeinträchtigt fühlen. Oder auch, wenn Gefahren durch das verschlechterte Sehen drohen, z.B. beim Autofahren. Ihr Augenarzt wird Ihnen die Operation zudem nahelegen, wenn die medizinischen Befunde Risiken bei längerem Zuwarten aufzeigen.

Kann man den Grauen Star auch mit Medikamenten behandeln?

Nein, das ist leider nicht möglich. Es ist gar keine nicht-operative Therapiemethode bekannt, die das gewünschte Ziel eines deutlich verbesserten Sehvermögens tatsächlich erreichen könnte. Die einzige Behandlung, die das Problem beheben und die organische Ursache beseitigen kann, besteht in einer Operation. Dabei wird die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ausgetauscht.

Gesunde Ernährung gegen den Grauen Star?

Spezielle Präparate für die Augen, wie bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, werden zwar angeboten. Eine tatsächliche Wirksamkeit ist aber nicht belegt. Sinnvoll ist die gezielte Zufuhr einzelner Stoffe nur dann, wenn die Blutuntersuchung im Labor eine Mangelsituation anzeigt.

Auch wenn Sie den Grauen Star vermutlich nicht aufhalten können, sollten Sie sich um einen möglichst gesunden Lebensstil und eine ausgewogene, vollwertige Ernährung bemühen. Das tut nicht nur Ihren Augen gut und kann das Fortschreiten des Grauen Stars möglicherweise verlangsamen. Es fördert vor allem Ihren Gesamtzustand, und der spiegelt sich letztlich in allen Körperteilen wider.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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