Augen lasern: Wie läuft die LASIK-Operation ab?

Die Laser-Korrektur der Augen erscheint vielen etwas unheimlich. Dass einem ein Laserstrahl die Hornhaut zurechtbrennen soll, klingt ja auch ein bisschen angtseinflößend. Letztlich ist das aber ein Routine-Eingriff, wie viele andere Operationen auch. Sich vorher ausführlich zu informieren (auch über die Erfahrung des Arztes), macht sehr viel Sinn, übermäßige Angst ist aber nicht angebracht.

Wer es etwas genauer wissen will, kann im folgenden nachlesen, was genau der Augen-Chirurg tut. Wer das nicht will. Weiter unten kommen wir dann wieder zum praktischen Leben.

Es geht los: unmittelbar vor dem Eingriff

Vor der Operation wird der Bereich um Ihre Augen gründlich gereinigt. Mit Haube und Überschuhen, eventuell auch Kittel, geht es dann weiter in den OP-Bereich. Eine Begleitperson dürfen Sie übrigens  in der Regel dorthin mitnehmen.

Sie legen sich auf eine Liege und erhalten zur örtlichen Betäubung Augentropfen. Nach Justierung des Lasers und Eingabe Ihrer individuellen Werte demonstriert der Operateur Ihnen, wie sich der Laser anhört und probt mit Ihnen kurz die sogenannte Lichtfixation: Während der OP fixieren Sie mit Ihrem Blick einen in der Regel grünen, blinkenden Lichtpunkt, der Ihnen hilft, die richtige Augenstellung einzuhalten.

Nur für Hartgesottene: Erster OP-Schritt

Zur Vorbereitung Ihres Auges für die Laserbehandlung gibt es verschiedene Strategien. Beim LASIK-Verfahren wird mit einem Hornhauthobel (Mikrokeratom, herkömmliche Methode) oder einem Femto-Sekunden-Laser (Femto-LASIK) eine kleine Hornhautlamelle (Flap) erzeugt. Dazu wird Ihr Auge mit einem Saugring fixiert (ist nicht schlimm). Je nach Verfahren fährt anschließend der bewegliche Schneidkopf des Mikrokeratoms mit einer oszillierenden Klinge über Ihr Auge oder Ring und Femto-Sekunden-Laser werden miteinander verbunden.

In beiden Fällen wird der Flap automatisch präpariert und nach nur etwa 15 Sekunden ist dieser OP-Abschnitt bereits beendet. Sie sehen dabei übrigens nicht zu, denn mit dem fixierten Auge und bei ansteigendem Augeninnendruck, der den Sehnerv abdrückt, können SIe gar nichts mehr sehen. Ihre Sehkraft kehrt aber danach gleich wieder zurück.

Nur für Hartgesottene: Zweiter Schritt

Die Liege fährt Sie nun unter einen Excimer-Laser und Sie erhalten sterile Abdeckungen auf Gesicht und Lider. Außerdem wird ein kleiner Lidhalter in Ihr Auge eingesetzt, der verhindert, dass Sie es unbewusst schließen. Der Operateur klappt jetzt den Flap wie einen lapprigen Buchdeckel um, prüft die Fixation und startet den Laser zur Abtragung der freiliegenden Hornhaut im gewünschten Ausmaß. Die Impuls-Serien des Lasers können Sie hören. Anschließend schiebt der Augenchirurg den Flap als Schutz wieder über den laserbehandelten Hornhautbereich. Die Dauer dieses zweiten Schrittes beträgt je nach Dioptrienzahl zwischen 5 und 20 Sekunden.

Nach rund 20 Minuten ist schon alles vorbei

Ihr Auge wird abschließend mit einer Kontaktlinse versorgt, die den Heilungsprozess unterstützt. Insgesamt dauert der Eingriff an einem Auge etwa 10 Minuten, die gesamte Operation also etwa 20 Minuten.

Nebliges Sehen und Brennen geht schnell vorbei

Nach der Operation werden Sie in den Entspannungsraum begleitet, wo Sie sich vor dem abschließenden Gespräch entspannen können. Unmittelbar nach dem Eingriff sehen Sie möglicherweise zunächst alles etwas neblig und Ihre Augen beginnen zu brennen und zu tränen. Das verschwindet normalerweise in den nächsten Stunden wieder. Das Brennen kann mit Augentropfen, die Sie vom Behandlungsteam erhalten, gestillt werden, und das Tränen ist für den Heilungsprozess sogar von großer Bedeutung.

Augen danach oft sehr trocken

Unangenehmer ist eine häufig zu beobachtende starke Trockenheit im Auge, für die Sie spezielle, feuchtigkeitsspendende Augentropfen erhalten. Zur Vorbeugung von Infektionen und Wundheilungsstörungen wird Ihnen der Augenarzt für die ersten Tage nach der OP in der Regel auch Kortison-/Antibiotika-Tropfen verschreiben.

Sie finden im Internet übrigens auch kurze Videoclips, die als OP-Mitschnitt zeigen, was da am Auge abläuft. Zur Vorbereitung ist das sehr interessant, aber abhängig von der Sensibilität vielleicht nicht für jeden/jede geeignet.

Darf man vor der Augenlaser-OP frühstücken?

Ja, einem guten Frühstück vor der Behandlung mit dem Augenlaser steht nichts im Weg, es ist sogar empfehlenswert. Sie müssen nur nüchtern sein, falls der Eingriff in Narkose erfolgen soll. Auf Ihre üblichen Kosmetika müssen Sie an diesem Behandlungstag in jedem Fall verzichten.

Spüre ich den Laserstrahl bei der LASIK-OP?

Keine Sorge, den Laserstrahl selbst spüren Sie nicht. Es entsteht ein Gefühlseindruck wie bei einem feinen Sprühregen, der das Auge benetzt.

Was passiert, wenn ich bei der LASIK-OP mein Auge versehentlich bewege?

Sie müssen keine Angst haben, dass etwas im Wortsinne „daneben geht“, wenn Sie bei der LASIK-OP unruhig sind: Ihre Augenbewegungen werden von einem speziellen Mechanismus („Eyetracker“) kontrolliert, der den Laserstrahl immer im Zielgebiet hält. Damit wird sichergestellt, dass nur der anvisierte Hornhautbereich getroffen wird, und das mikrometergenau. Falls Sie versehentlich wegsehen, schaltet der Laser automatisch ab. Es besteht auch keine Gefahr, dass Sie die Augen im falschen Moment schließen. Denn die hält ein kleiner Lidhalter geöffnet.

Ist die LASIK-Operation wirklich schmerzfrei?

Ja, die LASIK-Operation verläuft normalerweise von Anfang bis Ende schmerzfrei, das ist ihr großer Vorteil.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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