Was ist der blinde Fleck?

Der Blinde Fleck ist ein natürlicher Ausfall in unserem Gesichtsfeld. Er beruht auf einer Stelle der Netzhaut, an der es keine Sinneszellen gibt, die Lichtreize aufnehmen könnten.

Gehirn rechnet den Blinden Fleck weg

Die Stelle, wo der Blinde Fleck sitzt, heißt Papille. Dort treten die Sehnervenfasern aus dem Augapfel aus und ziehen zum Gehirn. Also ist an dieser Stelle kein Platz für Sinneszellen. Das Sehzentrum im Gehirn sorgt aber durch automatische Ergänzung aus den Seheindrücken der umliegenden Umgebung und des anderen Auges dafür, dass wir erfreulicherweise trotzdem kein Loch in unserem Gesichtsfeld haben. Der Blinde Fleck wird also im Normalfall gar nicht bemerkt, weil ihn unser Gehirn wegrechnet.

Selbstversuch: Das Verschwinden der Münze

Erstmals beschrieben wurde der Blinde Fleck von einem französischer Naturforscher im 17. Jahrhundert. Er präsentierte seine Entdeckung am Königshof mit einem Selbstversuch zum Nachmachen: Halten Sie in beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger jeweils eine Münze. Fixieren Sie mit dem rechten Auge die Münze in der linken Hand und schließen Sie das linke Auge (oder jeweils umgekehrt). Verändern Sie nun den Abstand zwischen Händen und Augen solange, bis die rechte Münze plötzlich verschwindet.

Einfacher geht das heute mit dem Besuch einer Website, auf der dieser Selbstversuch nachvollzogen werden kann (z.B. hier: http://www.optiker-holz.de/bl-flek.htm).

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Anzeigen