Was ist das Gesichtsfeld?

Das Gesichtsfeld ist der Ausschnitt des Raumes, den wir visuell wahrnehmen können. Und zwar dann, wenn wir bei ruhiger und gerader Kopfhaltung geradeaus blicken, ohne die Augen zu bewegen. Die Größe des Gesichtsfeldes hängt ab von der Sensibilität der Netzhaut bzw. der Sehprozesse, die in den Sinneszellen der Netzhaut erfolgen.

Gesichtsfeld reicht bis 180 Grad

Geprüft und vermessen wird das Gesichtsfeld mit einer augenärztlichen Untersuchung, die als Perimetrie bezeichnet wird. Je nachdem, ob es nur um ein Auge oder um beide Augen geht, spricht man vom monokularen oder vom binokularen Gesichtsfeld. Denn zwei Augen erfassen natürlich mehr Raum als nur eines.

Die horizontale Ausbreitung des binokularen Gesichtsfelds reicht bis 180 Grad, beim einzelnen Auge sind es 150 Grad. Die Tiefenwahrnehmung ist nur in dem etwa 120 Grad breiten Überschneidungsbereich möglich. Nach oben beträgt die Ausdehnung des Gesichtsfelds normalerweise etwa 60 Grad, nach unten 70 Grad. Das normale Gesichtsfeld hat in etwa die Form einer verschobenen Ellipse.

Wenn das Gesichtsfeld eingeschränkt ist

Gesichtsfeldausfälle werden als Skotome bezeichnet. Eine natürliche Einschränkung des Gesichtsfeldes wird u.a. durch die Nase bewirkt, ein vollständiger Ausfall durch den sogenannten Blinden Fleck. Krankhafte Veränderungen werden in der Regel durch Schäden der Netzhaut, des Sehnervs oder des Sehzentrums verursacht.

Ihr Gesichtsfeld können Sie übrigens trainieren. Anleitungen dazu sind auch im Internet zu finden.

Blickfeld reicht bis 240 Grad

Im Gegensatz zum Gesichtsfeld gibt es auch noch das Blickfeld. Das ist der Bereich, den Sie sehen können, wenn Sie Ihre Augen bei geradem Kopf bewegen dürfen. Also was Sie bei ruhig gestelltem Kopf und Körper mit maximalen Augenbewegungen überblicken können. Dieser Bereich ist bedeutend größer als das Gesichtsfeld. Beim beidäugigen Sehen beträgt das Blickfeld etwa 240 Grad.

Autor: Dr. Hubertus Glaser