Was ist der Kammerwinkel?

Der Kammerwinkel ist eine anatomische Struktur in der vorderen Augenkammer. Er wird von der Hornhaut als vorderer und von der Regenbogenhaut (Iris) als hinterer Begrenzung gebildet. Durch den Kammerwinkel fließt der größte Teil des Kammerwassers über ein Kanalsystem in die Blutbahn ab. Das ist wichtig für die Regulierung des Augeninnendrucks.

Prüfung bei augenärztlicher Untersuchung

Normalerweise fristet der Kammerwinkel wie die meisten funktionierenden Bestandteile unseres Organismus ein von uns unbeachtetes Dasein. Einen Höhepunkt in Sachen Beachtung erlebt er bei einer speziellen augenärztlichen Untersuchung, die Gonioskopie genannt wird. Mit ihr prüft der Augenarzt die Weite des Kammerwinkels. Ist der nämlich zu eng, kann es zu einem gestörten Kammerwasserabfluss kommen. Die Folge ist ein Anstieg des Augeninnendrucks.

Womit wir beim Grünen Star sind, oder medizinisch: dem Glaukom. Im Akutfall eines erhöhten Augeninnendrucks droht ein Glaukom-Anfall. Bei dauerhaft erhöhtem Druck entsteht ein klassischer Grüner Star, das sogenannte Engwinkelglaukom. Krankhafte Veränderungen am oben genannten Kanalsystem (Trabekelmaschenwerk und Schlemm-Kanal) sind wiederum ein typischer Gewebebefund beim chronischen Offenwinkelglaukom.

Die Funktion des Kammerwinkels kann auch durch Verletzungen, Vernarbungen oder Ablagerungen verschiedener Art beeinträchtigt werden.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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