Was ist das Kammerwasser?

Das Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit, die ständig im Auge gebildet wird und dort verschiedene Funktionen erfüllt. Es dient beispielsweise der Ernährung von Linse und Hornhaut sowie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Gebildet wird das Kammerwasser in der hinteren Augenkammer, im sogenannten Ziliarkörper. Durch die Pupille gelangt es in die vordere Augenkammer und fließt dort über das Trabekelmaschenwerk in den Schlemm-Kanal ab. Das schreckliche Mediziner-Latein bitten wir zu entschuldigen, aber für all diese Gebilde gibt e keine verständlicheren Begriffe. Der Schlemm-Kanal jedenfalls steht mit dem Blutkreislauf in Verbindung, in den das Kammerwasser letztlich mündet.

Störung kann zu Grünem Star führen

Das haben wir (vermutlich) alle mal im Biologie-Unterricht gelernt – und wieder vergessen. Wie bei anderen Fragen der Gesundheit auch, wenden wir uns den anatomischen und biophysikalischen Zusammenhängen meist erst dann wieder zu, wenn sie gestört sind. Zum Beispiel beim Grünen Star (Glaukom). Zu seinen Entstehungsursachen zählt ein Missverhältnis zwischen der Neubildung und dem Abtransport des Kammerwassers. Dazu kann es bei einer Abflussstörung im Trabelmaschenwerk kommen. Aus der Imbalanz resultiert ein erhöhter Augeninnendruck, der wiederum den Sehnerv schädigen kann.

Mit der Tränenflüssigkeit hat das Kammerwasser übrigens nichts zu tun.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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