Stimmt es, dass zu viel Hygiene Asthma fördern kann?

Anscheinend ja. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, seltener Heuschnupfen und Asthma bekommen als Kinder aus einer „sauberen“ Umgebung. Und auch Kinder aus "gehobenen sozialen Schichten" erkranken häufiger.

Zwar sind alle diese Studien, die übrigens auch für das Erkrankungsrisiko von Allergien gelten, nicht beweisend, weil ein kausaler Zusammenhang nicht eindeutig nachgewiesen werden kann. Aber es spricht einiges dafür, dass die Grundannahme stimmt.

Das Immunsystem wächst mit seinen Aufgaben

Die Rationale dahinter: Besonders für die Jüngsten ist eine Portion Dreck in gewisser Weise sogar förderlich: Während sie Erde schaufeln und Baggermatsch verkosten oder mit Tieren in Berührung kommen, sind sie ständig mit Keimen konfrontiert. Das Immunsystem gewöhnt sich dabei an harmlose Bakterien und reagiert nicht mehr auf sie. Beim kompletten Gegenentwurf dagegen, nämlich einer nahezu keimfreien und blitzblank geputzten Umgebung wird das Immunsystem zwar nicht angegriffen, aber eben auch nicht trainiert.

Übertreiben sollten Sie es mit dem Schmutz-Kontakt aber natürlich auch nicht. Es geht hier eher darum, die vernünftige Mitte zu wahren und aus Furcht vor Infekten nicht in eine Art Über-Hygiene zu verfallen.

Weitere Fragen und Antworten zu Kinderkrankheiten finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Eltern_Kind

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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